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Horst Heldt wird Schalke 04 am Saisonende verlassen
Horst Heldt wird Schalke 04 am Saisonende verlassen © Getty Images

München - Horst Heldt als Platzhalter für Christian Heidel? Diese Befürchtungen hat der (Noch)-Manager auf Schalke weggewischt. Vielmehr will Heldt den Kader für die Rückrunde sinnvoll verstärken.

Als im Oktober klar wurde, dass Horst Heldt höchstens noch bis zum Saisonende die Geschäfte des FC Schalke 04 führen würde, befürchteten nicht wenige, dass der Sport-Vorstand der Königsblauen zum Frühstücksdirektor degradiert würde.

Den Platz für seinen designierten Nachfolger Christian Heidel würde Heldt warm halten - aber sonst? Vertragsverhandlungen mit Profis des bestehenden Kaders? Neue Spieler nach Gelsenkirchen locken? Eher nicht.

Heldt gibt sich kämpferisch

Als "lame duck" (lahme Ente) titulierten ihn die Blätter und prophezeiten sowohl Heldt als auch Schalke eine zähe Zeit bis zum Sommer 2016.

Der 46-Jährige selbst wollte davon nichts wissen, reagierte gelassen auf die medial forcierte Beschneidung und kündigte kämpferisch an: "Ich habe hier auf Schalke einen klaren Auftrag, bin in der Verantwortung und werde diese bis zum Saisonende erfüllen."

Also krempelte er die Ärmel hoch und trotzte - zunächst verbal - den Nörglern und Zweiflern. "Ich lasse mir meine Zeit auf Schalke von niemandem kaputt machen. Ich fokussiere mich auf meine Arbeit".

Coup mit Sane und Fährmann

Nun, zweieinhalb Monate später macht Heldt in der Tat nicht den Eindruck einer lahmen und handlungsunfähigen Ente - im Gegenteil. Mit den Verlängerungen von Super-Talent Leroy Sane und Keeper Ralf Fährmann gelang es ihm bereits, zwei absolute Leistungsträger und Fan-Lieblinge langfristig zu binden.

Und auch die Verhandlungen mit Kapitän Benedikt Höwedes schreiten soweit voran, dass zu erwarten ist, dass die Schalker Identifikationsfigur nach der laufenden Saison nicht nach England wechselt - sondern mindestens noch eine Spielzeit bei den "Knappen" verbringt.

Der umtriebige Manager begnügt sich jedoch nicht damit, das bestehende Personal zu binden, sondern hält auch Ausschau nach Verstärkungen. Dabei sieht Heldt das Mittelfeld als größte Baustelle im derzeitigen Kader: "Grundsätzlich sehen wir Handlungsbedarf im Mittelfeld, sowohl im offensiven als auch im defensiven Bereich", sagte er bei bundesliga.de und kündigte an: "Die Mannschaft wird frisches Blut bekommen."

Viele Kandidaten für das Mittelfeld

Da nach dem Verkauf von Julian Draxler im Sommer noch genügend Transferüberschuss in Schalkes Kassen vorhanden ist, muss sich Heldt auf dem Transfermarkt auch nicht sonderlich zurückhalten - zumal Kevin-Prince Boateng nach seinem Wechsel zum AC Mailand nicht mehr auf dem Lohnzettel steht.

So ist unter anderem Sebastian Rode ein Thema, der beim FC Bayern unter der dortigen Qualitätsbündelung im Mittelfeld nicht wie gewünscht zum Zuge kommt. Bei Premier-League-Spitzenreiter Leicester steht der dort kaum berücksichtigte Gökhan Inler ebenso im Schalker Fokus, wie Stefan Aigner bei Eintracht Frankfurt.

Weitere Kandidaten sind Renato Augusto (Corinthians Sao Paulo), Mauricio (Terek Grosny), Alessandro Schöpf (1. FC Nürnberg) und Younes Belhanda (Dynamo Kiew).

Für Heldt besteht nun die Aufgabe darin, die fehlenden Puzzleteile zu finden, um einen Kader-Upgrade für die anstehende Rückrunde durchzuführen. Es ist ihm zuzutrauen, dass er auch das hinbekommt - als schnellste lahme Ente auf Schalke.

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