vergrößernverkleinern
Thomas Berthold hat die offensive Taktik des FC Bayern überrascht
Thomas Berthold hat die offensive Taktik des FC Bayern überrascht © SPORT1/Getty Images

Für SPORT1-Experte Thomas Berthold geht die offensive Marschroute der Münchner bei der Pleite bei Borussia Mönchengladbach nach hinten los. Die Ausfälle seien keine Ausrede.

Hallo Fußball-Fans,

der FC Bayern hat mit dem 1:3 bei Borussia Mönchengladbach die erste Bundesliga-Niederlage seit Mai kassiert. Und dabei hat man wieder mal deutlich gesehen: Selbstbewusstsein spielt eine große Rolle im Fußball.

Die Gladbacher waren zuhause zwar immer schon stark. Sie haben am Samstag aber auch einfach überragend gespielt, mit schnellem Umschaltspiel und ständigen Nadelstichen nach vorne.

Die Bayern hingegen haben viel zu hoch verteidigt. Das hat mich extrem gewundert. Denn eine international so erfahrene Mannschaft hätte nach dem 0:1 viel kompakter stehen müssen.

Stattdessen wurden Gladbach immer wieder Räume zum Kontern angeboten. Das ist nicht der Anspruch des FC Bayern. Die Münchner können ein 0:1 zwar auch immer nochmal umbiegen, bei einem 0:3 wird die Luft aber selbst für sie schon dünner.

Die zahlreichen Ausfälle können keine Ausrede für die Pleite sein, denn Pep Guardiola schaut schon ganz genau hin, wer auf dem Platz steht.

Und selbst bei so einem breiten Kader mit dieser Qualität gibt es immer wieder Momente, wo auch die hintere Reihe einmal eine Chance bekommt. Der Trainer muss nun bewerten, ob diese Spieler ihre Chance wahrgenommen haben oder eben vielleicht doch noch nicht so weit sind.

Entscheidend ist für mich deshalb nicht, dass vielleicht ein paar Spieler gefehlt haben, sondern dass ungeachtet der Erfahrung, die dennoch noch auf dem Platz stand, so offensiv verteidigt wurde.

Auch beim Verfolger Borussia Dortmund ist die Taktik ein großes Thema. Das neue Motto "Mehr Ballbesitz, weniger Pressing"  macht sich jetzt immer besser bemerkbar.

Wie der Last-Minute-Sieg im Topspiel beim VfL Wolfsburg (2:1) beweist, hat die Mannschaft dadurch hinten heraus nämlich deutlich mehr Luft.

Die Wölfe haben dagegen nicht gezeigt, dass sie in dieser Saison zu den Spitzenteams gehören. Die Mannschaft ist nicht mehr so homogen wie letztes Jahr. Der Verlust von Kevin De Bruyne war außerdem ein Brett - er fehlt schon enorm.

Dennoch ist die erneute Qualifikation für die Champions League eigentlich ein Muss für den Verein. 

Gleiches gilt auch für Bayer Leverkusen, das aber nicht erst seit dem 1:2 bei Hertha BSC ganz andere Sorgen hat.

Der ganzen Truppe von Trainer Roger Schmidt fehlt es an der nötigen Konzentration. Viele Spieler sind nicht so handlungsschnell wie im letzten Jahr.

Bis demnächst,

Euer Thomas Berthold

Ex-Nationalspieler Thomas Berthold ist als Experte im Volkswagen Doppelpass tätig und wechselt sich in dieser Saison bei der sonntäglichen Doppelpass-Kolumne mit Thomas Strunz ab.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel