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Bremen - Bremen steckt nach dem Remis gegen den 1. FC Köln weiter in großer Bedrängnis. Trainer Viktor Skripnik zeigt sich genervt. Sein Vorgesetzter vermisst das Selbstvertauen.

Viktor Skripnik war genervt. Richtig genervt. "Die Serie ist beendet, wir haben Unentschieden gespielt und nicht verloren", brummte der Trainer von Werder Bremen nach dem 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln mürrisch - doch es war ein Punktgewinn, der seinem Klub wenig weiterhilft.

Nach fünf Heimniederlagen in Folge scheiterten die Hanseaten erneut beim Versuch, endlich den zweiten Sieg vor eigenem Publikum einzufahren. Es drohen ungemütliche Weihnachtstage an der Weser.

Vor allem aufgrund der desaströsen Heimbilanz mit erst vier Punkten aus acht Spielen stecken die Grün-Weißen im Tabellenkeller und suchen händeringend den Weg aus der Krise.

SVW fehlt das Selbstvertrauen

"Uns fehlt das Selbstvertrauen und wir sind nicht ballsicher genug", analysierte Geschäftsführer Thomas Eichin.

Zum Unglücksraben gegen seinen Ex-Verein wurde ausgerechnet Torjäger Anthony Ujah, der mit einem selbst herausgeholten Elfmeter an Gäste-Schlussmann Timo Horn scheiterte und damit die Großchance auf eine 2:0-Führung ausließ.

So konnte der FC durch Dusan Svento (79.) den frühen Führungstreffer von Jannik Vestergaard (4.) vor 40.727 Zuschauern egalisieren.

Diskussionen um Ujahs Fehlschuss

Ob Ujah, der vor seinem Fehlschuss von seinen früheren Mitspielern kräftig bearbeitet wurde, für Werder der richtige Schütze war, darüber durfte diskutiert werden.

"Es war sein Ex-Klub, der Keeper kennt ihn, er wurde selbst gefoult", zählte Eichin Punkte auf, die gegen den Nigerianer sprachen: "Aber er ist ein Torjäger, und es hat auch schon genug Elfer gegeben, die dann reingegangen sind."

Der Ausgang ist bekannt, der Frust war anschließend groß.

Schwere Spiele vor der Brust

"Ich bin tief enttäuscht", sagte SVW-Kapitän Clemens Fritz, der wie seine Mitspieler um die Brisanz der Tabellensituation weiß.

Gelingt Werder nach dem Achtelfinale im DFB-Pokal am Dienstag bei Borussia Mönchengladbach nicht zumindest ein Punktgewinn im Bundesliga-Duell bei der ebenfalls kriselnden Frankfurter Eintracht, könnte die Beziehung zwischen Eichin und Skripnik auf die Probe gestellt werden.

Der Geschäftsführer hatte bereits in der vergangenen Woche in einem Interview mit Aussagen über Skripnik aufhorchen lassen.

Zwischen den Zeilen ließ er dabei Raum für die Interpretation, der Trainer reagiere teilweise zu emotional auf Rückschläge. Der Ukrainer braucht dringend zählbare Argumente für seine Arbeit.

Köln freut sich über "Punkt der Moral"

Deutlich entspannter stellt sich die Situation der Kölner dar, die nach zuvor drei Spielen ohne Tor mit dem Unentschieden leben konnten.

Horn sprach von "einem Punkt der Moral", Trainer Peter Stöger lobte die verbesserte Körpersprache nach schwachen dreißig Minuten.

"Wir sind nicht unzufrieden", sagte der Österreicher, der mit seinem Team schon 21 Punkte gesammelt hat und am Sonntag im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 zu Gast sein wird (ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und in unserem Sportradio SPORT1.fm).

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