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Sinsheim - 1899 Hoffenheim holt im Kampf gegen den Abstieg immerhin einen Punkt gegen Angstgegner Bayer Leverkusen. Doch jetzt müssen die Kraichgauer zu den Bayern.

Als sich die Profis mit hängenden Köpfen zu den Fans schleppten, schallte den Spielern bereits die Durchhalteparole von den Rängen entgegen.

"Hoffenheim gibt niemals auf", skandierten die 1899-Anhänger nach dem 1:1 (1:0) gegen Bayer Leverkusen. Den Zuspruch der Fans hat die Mannschaft in ihrer prekären Lage bitter nötig. Denn der Punktgewinn gegen den Angstgegner schürt nur auf den ersten Blick die Hoffnung auf den Klassenerhalt.    

Schließlich steht die TSG, die zuvor 13 der 15 Duelle gegen Bayer verloren hatte, auch nach dem Rückrundenstart auf einem Abstiegsplatz.

Nur 14 Punkte hat der Vorletzte auf dem Konto - und bei Bayern München dürften am kommenden Spieltag kaum Zähler dazu kommen.

Stevens redet seine Spieler stark

Und so bleibt Trainer Huub Stevens nichts anderes übrig, als seine Schützlinge im Kampf gegen den drohenden ersten Abstieg aus der Eliteklasse stark zu reden.    

"Ich bin mit der gesamten Mannschaft zufrieden - nur das Ergebnis ist enttäuschend.

Aber das ist die Art und Weise, wie wir spielen müssen, um da unten wegzukommen", sagte der Niederländer, der die Vorstellung seines Teams schöner redete, als sie in Wirklichkeit war: "Ich spiele lieber guten Fußball. Wenn man zusätzlich zum Tabellenstand auch noch grottenschlecht spielt, dann wird es richtig schwierig."    

Guten Fußball zeigte die TSG vor 24.140 Zuschauern aber nur 20 Minuten. Vor der glücklichen Führung durch das erste Bundesligator des eigentlich schon ausgemusterten Schweden Jiloan Hamad (40.) war Leverkusen die bessere Mannschaft.

Dann bestimmte Hoffenheim bis zur 60. Minute das Geschehen und war nahe am zweiten Treffer.

Doch dann übernahm Bayer wieder das Kommando. Vor allem nach dem Ausgleich durch Kapitän Ömer Toprak (75.) vergaben die Gäste Chancen in Hülle und Fülle.

Völler hadert   

"Es ist natürlich in Ordnung, wenn man nach einem Rückstand zurückkommt", sagte Leverkusens Sportchef Rudi Völler, der mit den verlorenen Punkten im Kampf um einen Europacup-Platz haderte: "Aber über 90 Minuten gesehen, müssen wir eigentlich gewinnen. Deshalb bin ich nicht zufrieden."    

Ähnlich sahen es Trainer Roger Schmidt und Weltmeister Christoph Kramer. "Ich hoffe, unsere Probleme im Abschluss werden nicht zur unendlichen Geschichte", äußerte sich der Coach.

"Es ist auffällig, dass uns in knappen Spielen der Punch fehlt", sagte Kramer: "Wir haben viele Punkte liegen lassen, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben."  

Finger in die Wunde

Während die Leverkusener den Finger in die Wunde legten, war die Sichtweise der Hoffenheimer auf die positiven Ansätze beschränkt. Beim Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp geht es nach der katastrophalen Hinrunde offenbar vor allem darum, den Profis Selbstvertrauen einzuimpfen.

"Der Punkt gibt ein gutes Gefühl und der Auftritt gibt ein gutes Gefühl", sagte Sportchef Alexander Rosen: "Es war ein Fortschritt erkennbar in unserem Spiel."    

Ob Rosen nach der Verpflichtung des Kroaten Andrej Kramaric noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird, ließ der Manager offen. Auf der anderen Seite wird Bayer den italienischen Rechtsverteidiger Giulio Donati (25) wohl an den FSV Mainz 05 abgeben.

Völler betonte allerdings, dass "wir keinen Spieler abgeben werden, den wir nicht abgeben wollen". Damit widersprach er den Wechselgerüchten um Kramer, Javier Hernandez und Kevin Kampl.

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