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DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig auf einer Pressekonferenz
Andreas Rettig war vor seiner Zeit beim FC St. Pauli Geschäftsführer der DFL © Getty Images

Für Geschäftsführer Rettig ist das Thema TV-Gelder "mitnichten vom Tisch". Sein FC St. Pauli hat einen anderen Vorschlag. Die Diskussion um die teure Zweite Liga ärgert Rettig.

Geschäftsführer Andreas Rettig vom FC St. Pauli will im Streit um die Verteilung der TV-Gelder noch lange nicht locker lassen. "Das Thema ist mitnichten vom Tisch", stellte er bei Bild klar.

St. Pauli hatte vor knapp einem Monat mit seinem Antrag, die sogenannten Werksklubs Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim und Hannover 96 von der Verteilung der TV-Gelder auszuschließen, für Aufsehen gesorgt.

Nach dem folgenden Wirbel zog der Zweitligist seinen Antrag an die DFL Anfang Dezember vorerst zurück. "Dass wir Schrammen abbekommen haben, ist okay", kommentierte Rettig nun: "Wir sind ja nicht zart besaitet." Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hatte ihn wegen des Vorstoßes als "Schweinchen Schlau" bezeichnet.

"Natürlich war der Antrag sehr überspitzt formuliert, aber mit etwas Weichgespültem hätten wir gar keine Diskussion hervorgerufen", rechtfertigte sich Rettig und räumte Fehler ein. Dennoch stellte er klar: "Wir als FC St. Pauli werden weiter für die Stärkung von 50+1 werben."

Es gehe nicht darum, "mit dem Finger auf Wolfsburg, Hoffenheim, Leverkusen oder Hannover zu zeigen", sagte St. Paulis Geschäftsführer, beklagt aber den Wettbewerbsvorteil der Klubs, die die 50+1-Regel umgehen: "Unser Vorschlag wäre es, die Vergabe der TV-Gelder an weitere Kriterien zu knüpfen als nur an den Sport, zum Beispiel an die Einhaltung von 50+1."

Die Diskussion um eine teure Zweite Liga im Zusammenhang mit den TV-Geldern nennt er jedoch "aberwitzig". 

"Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga ist doch nicht abhängig von der Verteilung der TV-Gelder zwischen der Bundesliga und der Zweiter Liga", meint Rettig: "Selbst wenn die Zweitliga-Klubs gar nichts mehr bekämen und die ca. 160 Millionen Euro unter den 18 Erstliga-Klubs aufgeteilt würden – das würde doch niemals die finanzielle Lücke der deutschen Top-Klubs zu Investoren-Klubs im Ausland schließen."

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