vergrößernverkleinern
FBL-QAT-TRAINING-BAYERN MUNICH
Heiß begehrt im Trainingslager: Arturo Vidal hat beim FC Bayern einen Vertrag bis 2019 © Getty Images

München - Nach der Bekanntgabe des Sponsorenvertrags des FC Bayern mit dem Flughafen Doha, sind einige Fans bereits aus dem Verein ausgetreten. Blogger @breitnigge erklärt den Ärger.

Immer empörter reagieren Fans des FC Bayern München auf das Internationalisierungsstreben ihres Vereins.

"Die aktuelle Entscheidung mit Katar war ein Genickschlag für viele Bayern-Fans", sagt etwa Oliver Schmidt, einer der bekanntesten Blogger im Umfeld des Rekordmeisters und Mitglied in der Fan-Vereinigung Club Nr. 12, im Gespräch mit SPORT1. In der Netzgemeinde ist der 44-Jährige mit seinem Blognamen als @breitnigge bekannt und hat rund 7.000 Follower.

Der FC Bayern gab am Mittwoch eine Sponsoring-Partnerschaft mit dem Flughafen in Doha bekannt. Das Unternehmen gehört ab sofort zu den so genannten "Platin-Partnern", also zur zweiten Sponsoringriege des Rekordmeisters. Platin-Partner zahlen an den FC Bayern in der Regel eine mittlere siebenstellige Summe pro Jahr.

Viel Kritik wegen Umgang mit Thematik

Die Bayern absolvierten diesen Winter schon zum sechsten Mal in Folge ihr Trainingslager in Katar. Wegen der Menschenrechtslage in dem Land  hatte sich die Münchner deshalb viel Kritik gefallen lassen müssen.

Bereits 2015 hatte Bayern einen PR-Gau erlitten hatte, als die Klubspitze im Rahmen eines Freundschaftsspiels in Saudi-Arabien darauf verzichtet hatte, die Menschenrechtslage und Folter anzusprechen. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte damals Besserung gelobt. 

Nun aber folgte nach dem erneuten Trainingslager in Katar auch der Sponsoringdeal mit einem Unternehmen aus dem Wüstenstaat.

"Man hat sich jetzt tatsächlich noch intensiver an Katar gebunden durch so eine Partnerschaft und Diskussionen werden im Keim erstickt. Jetzt ist ein Punkt erreicht, dass du dir als Fan verarscht vorkommst - zumal bei der Vorgeschichte", kommentiert Schmidt.

"Ein wenig Verwunderung"

Die Fanclubvereinigung Club Nr. 12 hatte bereits am Donnerstag zu dem Deal Stellung bezogen.

"Nicht ohne ein wenig Verwunderung hat der Club Nr. 12 die Ankündigung der neuen Partnerschaft zwischen der FC Bayern München AG und dem Hamad International Airport zur Kenntnis genommen. Der nun verkündete Deal belegt, wie sehr die Internationalisierung unseres Vereins inzwischen voran geschritten ist", hieß es in dem Offenen Brief.

"Das mit dem Austritt ist keine große Sache bei vielen Bayern-Fans und wird rein persönlich entschieden. Viele haben für sich entschieden oder werden es noch tun, da jetzt ein Punkt überschritten ist, an dem man sich nicht mehr mit dem Verein identifizieren kann", sagt Schmidt.

Das Club 12-Mitglied fügt hinzu: "Im Gesamtkontext Trainingslager Katar zusammen mit den Protesten im Januar 2015 ist jetzt erneut Ärger aufgekommen. Die Äußerungen des Vereins im letzten Jahr sind bei vielen als Ausreden rübergekommen."

Fans haben Bauchschmerzen

Schmidt ist sich "absolut bewusst", dass der Verein wirtschaftlich handeln muss. Es gehe auch nicht darum, "dass sich der FC Bayern nach der Meinung jedes einzelnen Fans richten soll."

Der 44-Jährige hat noch keine finale Entscheidung getroffen, ob er seine Mitgliedschaft kündigen wird. "Es ist die persönliche Entscheidung von jedem einzelnen Fan, eventuell Konsequenzen zu ziehen und zu sagen 'Ich akzeptiere das nicht.'"

Und weiter: "Ich löse mich nur von einzelnen handelnden Personen, aber die wechseln auch mal wieder."

Der Schritt, die Mitgliedschaft zu kündigen, müsse "nicht endgültig" sein, sagt Schmidt. "Wenn die Erfolgsgeschichte wieder etwas abebbt, können Fans ja vielleicht auch wieder etwas wichtiger werden. Von daher ist das kein Abschied für immer."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel