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Mönchengladbach - Mit dem Sieg in Gladbach festigt Borussia Dortmund nicht nur Platz zwei. Fast noch wichtiger ist der Auftritt der Hinrunden-Sorgenkinder Mats Hummels und Marco Reus.

Mats Hummels blieb betont bescheiden.

Auch wenn der Weltmeister Grund genug gehabt hätte, seinen eigenen Auftritt hervorzuheben.

Genugtuung nach der Kritik in der Hinrunde? Falls er sie verspürte, ließ er sie sich nach seiner starken Leistung beim 3:1 von Borussia Dortmund bei Borussia Mönchengladbach zum Rückrundenauftakt nach außen hin zumindest nicht anmerken.

"Wenn die Jungs vorne gut verteidigen, ist es für uns hinten auch immer einfacher. Deswegen hat jeder auf seiner Position ein gutes Spiel gemacht", sagte der Kapitän des BVB.

Die übliche allgemeine Phrase, die man nach einem kollektiv beeindruckenden Auftritt als Mann mit der Binde am Arm wohl so sagen muss.

Hummels wohl erst recht. Schließlich hatte er in den vergangenen Monaten öfter mal verbal für Irritationen gesorgt, als er sich nach einigen Fehlern "falsch bewertet" und besser sah als seine Kritiker. Seine Hinrunde war eine Achterbahnfahrt, er spielte zwischenzeitlich ungewohnt schwach, wirkte nicht immer sattelfest, auch in seiner Außendarstellung nicht.

Sonderlob von Tuchel

Sein Trainer sparte hingegen nicht mit Lob. "Wir hatten heute einen top Kapitän auf dem Platz. So kann man sich Mats als Trainer nur wünschen. Er hat mit seiner Mentalität und Ausstrahlung die Zeichen gesetzt", sagte Thomas Tuchel.

Hummels lieferte in der Tat eine überzeugende Vorstellung ab. Er war präsent, zweikampfstark, souverän, schaltete sich auch immer wieder erfolgreich in das Spiel nach vorne ein und bereitete den zweiten Treffer mit vor.

Als Hummels nach der ebenfalls überzeugenden Leistung von Marco Reus gefragt wurde, nahm sich der 26-Jährige sogar selbst auf die Schippe. "Der Abschluss beim 1:0 war herausragend. Den von da unten links ins Eck reinzuzimmern, das kriege ich ich so bestimmt nicht hin", sagte Hummels.

"Er fühlt sich sehr frei"

Auch wenn es bei der Ballbehandlung Unterschiede zwischen den beiden Leistungsträgern geben mag - zum Rückrundenauftakt gab es doch eine große Gemeinsamkeit: Die beiden Sorgenkinder haben sich auf beeindruckende Art und Weise zurückgemeldet. Und schließlich dürften auch für Reus der Sieg, sein Tor und seine Vorlage für Genugtuung gesorgt haben.

Und auch Reus holte sich von seinem Trainer ein dickes Lob ab.

"Ich bin sehr glücklich über die Art und Weise, wie Marco aus dem Urlaub zurückgekommen ist. Er fühlt sich sehr frei. Es war greifbar, dass er auf sein höchstes Niveau zurückkommt“, sagte Tuchel.

Reus, der in der Vergangenheit immer wieder durch kleinere und schwerere Verletzungen aus dem Rhythmus kam, spielte in der Tat wie befreit auf. Nicht mehr so gehemmt wie phasenweise in der Hinrunde, als ihn alleine drei Blessuren aus dem Tritt brachten und er lange seine Form suchte.

Der Nationalspieler spielte bei seinem Ex-Klub seine Stärken wieder aus: Mit seinem blitzschnellen Antritt, den Ball eng am Fuß, suchte er die Zweikämpfe und strahlte die zuletzt bisweilen verschütt gegangene Spielfreude aus.

Schließlich soll es sein Jahr werden. Nachdem er bereits die WM 2014 im letzten Moment, natürlich verletzungsbedingt, verpasste, ist auch die EM im Sommer das große Ziel. Dafür schuftete er in der Winterpause im Trainingslager und nahm sich einen persönlichen Physio.

Der Mann für das 1:0

Der Lohn: Sein neuntes Saisontor, sein 67. Pflichtspieltreffer und zum immerhin 30. Mal das wichtige 1:0. In dieser Saison war es bereits das fünfte Mal, dass Reus der Dosenöffner war.

Sein Geheimnis?

Reus‘ Geheimnis? "Keine Ahnung"

"Keine Ahnung. Ich versuche immer an der richtigen Stelle zu sein. Wenn ich es wüsste, würde ich es sagen. Ich versuche immer, die erste Chance zu nutzen und einfach da und hellwach zu sein", sagte Reus.

Auch er blieb betont bescheiden.

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