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VfL Wolfsburg v 1. FC Koeln - Bundesliga
Julian Draxler (r.) jubelt mit Vorlagengeber Vieirinha © Getty Images

Wolfsburg - Wolfsburgs Offensive bleibt gegen Köln harmlos, nur Julian Draxler belebt das Spiel. Der Weltmeister versteht die Pfiffe der Fans, am Anspruch soll sich aber nichts ändern.

So hört es sich an, wenn die gestiegenen Ansprüche seit Wochen unterboten werden. Als der VfL Wolfsburg endgültig in der Krise ankam, waren die Fans sauer und die Verantwortlichen ein wenig ratlos.

"Wir müssen viel, viel besser spielen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs nach dem enttäuschenden 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Köln bei Sky: "Wir sind überhaupt nicht zufrieden, genau wie unsere Fans." (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Der Vizemeister hat einige Probleme: Einerseits offensiv viel zu harmlos, andererseits defensiv stets anfällig - so ergeben sich sechs Spiele in Serie ohne Sieg, der Rückstand auf die Champions-League-Plätze ist weiter gewachsen. Die Realität ist das Mittelmaß.

Draxler versteht pfeifende Fans

Nationalspieler Julian Draxler hatte den VfL zwar in der 67. Minute in Führung gebracht, doch Stürmer Anthony Modeste gelang acht Minuten später der verdiente Ausgleich für den FC. Allofs fasste treffend zusammen: "Wir lassen zu viele Chancen liegen, und wenn wir mal in Führung gehen, sind wir hinten nicht sattelfest genug." Für Draxler fühlte sich das Ergebnis "an wie eine Niederlage". (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

In Zeiten, da sonst nicht viel geht in Wolfsburgs Offensive, konzentriert sich viel auf den 22-Jährigen. Nur ein Tor gelang dem VfL im Schnitt seit dem letzten Bundesliga-Sieg im November. "Wir haben nicht gut gespielt und zu wenige Lösungen gefunden", sagte Draxler bei Sky. "Wir können es viel besser. Das Runde will zurzeit bei uns nicht in das Eckige. Es ist schade, dass die Fans pfeifen, aber den Unmut muss man verstehen."

Rückkehr nach Schalke

Draxler kurbelte das lahmende Wolfsburger Offensivspiel immer wieder an, setzte die Kollegen in Szene, die aber fleißig Chancen vergaben und schlecht zielten. Vor dem Spiel hatte es Spekulationen gegeben, Draxler könnte sich absichtlich die fünfte Gelbe Karte abholen, um sich die Rückkehr nach Schalke in der nächsten Woche zu schenken. Von wegen: Er biss sich auch durch, als er nach einem Zweikampf behandelt werden musste.

Doch er allein reicht nicht. Nur dank der schwachen Konkurrenten hat Wolfsburg überhaupt noch Kontakt zu den Champions-League-Plätzen. "Ich glaube, dass wir diese Ansprüche anmelden müssen. Wir müssen dafür aber viel besser spielen. Ich bin der Überzeugung, dass wir da oben noch reinrutschen können", sagte Allofs. Dafür bedarf es aber wohl noch zusätzlicher Verstärkungen in der Offensive. Wenn Kruse nicht zündet, wird es aktuell eng.

Der brasilianische Neuzugang Bruno Henrique, der den wochenlangen Ausfall von Top-Torjäger Bas Dost (Mittelfußbruch) kompensieren soll, stand noch nicht im Kader. Landsmann Luiz Gustavo kehrte dafür nach mehrmonatiger Verletzungspause zurück in die Startelf. (Die Statistiken zum Spiel)

Köln verdient sich Unentschieden

Die Kölner, gegen die der VfL durchschnittlich so viele Punkte gesammelt hat wie gegen kein anderes Bundesligateam, verdienten sich das Unentschieden mit einer kampf- und laufstarken Vorstellung. "Das war okay so, aber auf Wolke sieben schweben wir deshalb nicht", sagte Manager Jörg Schmadtke. (Die Tabelle der Bundesliga)

Wolfsburgs Torschütze Julian Draxler © SPORT1

Die Wolfsburger begannen druckvoll, im Abschluss fehlte aber die Durchschlagskraft. So scheiterte Nationalspieler Max Kruse nach Draxler-Zuspiel aus fünf Metern am starken FC-Torhüter Timo Horn (14.). Auch Vieirinha (21.) und Andre Schürrle (38.) waren bei ihren Chancen viel zu hektisch.

Chancen auf beiden Seiten

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Kräfteverhältnisse ausgeglichen, Chancen zur Führung ergaben sich auf beiden Seiten. Zunächst scheiterten Simon Zoller (52.) und Modeste (52. und 62.) für den Gast vom Rhein, dann schob Rückkehrer Gustavo den Ball nur an den Pfosten (56.).

Eine immer unglücklichere Figur gab Nationalspieler Schürrle ab. Nach einem seiner vielen Ballverluste in der 62. Minute wurde der Weltmeister von Teilen der Fans mit einem Pfeifkonzert bedacht. Nach Draxlers Führung waren die Fans wieder versöhnt - aber nur bis zum Ausgleichstreffer.

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