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München - Auf Schalke sollen Spieler und Mitarbeiter gegen den Coach aufbegehren - wegen dessen Stils. Mit seinem Punkteschnitt liegt Breitenreiter hinter seinen Vorgängern.

Für Younes Belhanda ist bei Königsblau (noch) alles rosarot.

"Ich fühle mich sehr wohl", sagt der Neuzugang des FC Schalke auf der Vereinshomepage des FC Schalke 04 und betont, dass "die Jungs mich super aufgenommen haben".

Die ersten Eindrücke von Mannschaft und Verein seien sehr positiv - wie es um das Binnenverhältnis mit Trainer Andre Breitenreiter bestellt ist, darüber verliert Belhanda kein Wort.

Ist womöglich auch besser so. Schließlich wirkt die Situation auf Schalke aufgeheizt genug.

Angeblich Zoff zwischen Coach, Team und Angestellten

Weniger wegen des von Klubseite nach wie vor unbestätigten Abgangs zum Saisonende von Manager Horst Heldt.

Vielmehr sorgen die angeblichen Querelen zwischen Mannschaft und Breitenreiter für Zündstoff.

Nach der jüngsten 1:3-Pleite gegen Werder Bremen hatte Sky Sport News HD berichtet, zwischen Coach, Team und Vereinsangestellten solle es mächtig krachen.

In der Kritik dabei auch: Breitenreiters Trainingsmethodik.

Heldt verteidigt Coach: "Diskussion völlig Banane"

Alles nur heiße Luft, oder bricht sich da tatsächlich eine Revolte Bahn?  

Heldt stellte sich in einer Brandrede sogleich vor seinen Trainer. Der Manager erklärte: "Ich halte das für völligen Schwachsinn, kann das nicht ansatzweise bestätigen. Breitenreiter ist ein hervorragender Trainer."

Auch eine Trainer-Diskussion gebe es demnach nicht, ergänzte Heldt, "die Mannschaft ist in Takt, folgt dem Trainer zu 100 Prozent. Diese Diskussion ist völlig Banane."

Breitenreiter selbst wehrt sich: "Ich spreche intern alles an, was mir auffällt. Dabei gebe ich bei allem Lob bisweilen ein hartes Feedback. Anscheinend gibt es nun vielleicht deshalb Bemühungen, Unruhe zu stiften. Aber das ist auch Schalke 04", sagte er der Bild-Zeitung.

Gleichwohl halten sich hartnäckig Gerüchte, Breitenreiter erreiche gewisse Teile der Mannschaft nicht mehr. 

Zerwürfnis zwischen Meyer und Breitenreiter?

Wie offenbar auch Max Meyer: Nach übereinstimmenden Medienberichten soll es zwischen dem Jungstar und seinem Vorgesetzten bereits seit dem Trainingslager in Florida knirschen.

Was die Spekulationen nicht unbedingt abschwächt: Bei seiner Auswechslung gegen Bremen reagierte Meyer höchst ungehalten, schlug vor Wut gegen die Bande und lieferte sich mit Breitenreiter eine lautstarke Diskussion.

Während ein Großteil der Mannschaft wie unter anderem Ralf Fährmann, Benedikt Höwedes und Johannes Geis nach wie vor hinter dem 42-Jährigen stehen sollen, bemängeln andere angeblich Breiteneiters personelle Entscheidungen und Aufstellungen.

Übungseinheiten seien zudem einfallslos, heißt es weiter, die taktische Analyse im Nachhinein unzureichend, und der Coach würde auf Kritik beratungsresistent reagieren.

SPORT1-Experte und Schalke-Legende Olaf Thon glaubt nicht daran, dass sich Breitenreiter bei den Knappen ins Abseits manövriert: "Breitenreiter hält seinen Laden zusammen. In der Mannschaft hat er ein hohes Standing. Ich glaube, dass er Schalke ins internationale Geschäft bringt", sagte Thon bei SPORT1.

Vorwurf: Allzu wechselhafter Kurs

Für Irritationen sorgt angeblich auch der wechselhafte Umgang des Trainers mit seinen Spielern, der allzu oft zwischen harter Hand und Kuschelkurs wechseln soll.

Natürlich: Derlei Vorwürfe sind stets mit Vorsicht zu genießen, auf Schalke zudem nichts Neues.

Man erinnere an die Regentschaft von Felix Magath (2009 bis 2011) und auch Roberto Di Matteo (2014-2015), denen am Ende ähnlich spaßbefreiter und autokratischer Führungsstil nachgesagt wurde.

Genau deshalb zeigt sich Jens Keller auch höchst überrascht von den vermeintlichen Vorwürfen. "Ich kann es mir aus der Mannschaft nur schwer vorstellen. Ich bin aus allen Wolken gefallen", sagte der ehemalige Schalke-Trainer bei Sky Sport News HD.

Und fügte an: "Im letzten Jahr hat es geheißen, dass die Mannschaft hinter dem Trainer steht und alles wunderbar ist."

Sportlich hinter Keller und Di Matteo

Das ist es in der Gegenwart keineswegs nach dem Rückrunden-Fehlstart und den hitzigen Personaldebatten.

Rein sportlich untermauerte Breitenreiter in seinem ersten Jahr auf Schalke seinen Stellenwert mit eher unterdurchschnittlichen 27 Punkten aus 18 Spielen.

Zum Vergleich: Di Matteo und Keller hatten in ihren jeweils ersten 18 Partien jeweils 31 Zähler geholt.

Öffentlich gibt sich Breitenreiter bislang trotzdem meist fröhlich-kumpelhaft. Hinter den Kulissen soll er sich ganz anders präsentieren, wie die Rheinische Post erfahren haben will.

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