vergrößernverkleinern
SPORT1-Kolumnist Fredi Bobic (l.) rät den Bayern, Ersatz für Jerome Boateng zu besorgen
SPORT1-Kolumnist Fredi Bobic (l.) rät den Bayern, Ersatz für Jerome Boateng zu besorgen © SPORT1-Grafik/dpa Picture-Alliance

München - Nach dem Ausfall von Jerome Boateng rät SPORT1-Kolumnist Fredi Bobic den Bayern, sich nach Ersatz umzuschauen. Von zwei Dortmundern ist er beeindruckt.

Hallo Fußball-Freunde,

die Verletzung von Jerome Boateng beim 2:1-Sieg in Hamburg ist extrem ärgerlich. Natürlich wird jetzt viel über die Gründe für die zahlreichen Verletzungen beim FC Bayern diskutiert. Aber Pep Guardiola dafür verantwortlich zu machen, wäre zu einfach. Manchmal gibt es diese Verletztenserien, das kommt leider vor.

In jedem Fall ist Boatengs Ausfall ein erheblicher Rückschlag, weniger in der Liga als vielmehr in der Champions League. Boateng ist einer der Topspieler auf der Welt. Für die Bayern wäre es daher ratsam, auf dem Transfermarkt nachzulegen.

Einerseits muss ein neuer Spieler aber voll im Saft stehen und sofort funktionieren. Auf der anderen Seite sollte es auch eine perspektivische Verpflichtung sein, die nicht nur mit Pep Guardiola, sondern vielleicht auch schon mit Carlo Ancelotti abgestimmt werden sollte. Am Geld wird eine Verpflichtung nicht scheitern, die Bayern können sich ohne weiteres einen neuen Spieler leisten.

Mats Hummels, den Felix Magath im Volkswagen Doppelpass ins Spiel gebracht hat, wäre natürlich so ein Kandidat. Aber das ist nicht realistisch, denn dazu gehören ja immer zwei Parteien. Hummels' Auftreten beim Dortmunder 3:1-Sieg in Gladbach hat mir imponiert, seine Leistung war eine 1 mit Sternchen. Wenn der BVB-Kapitän mit sich im Reinen ist, ist er ein absoluter Leader.

Auch Marco Reus hat sehr stark gespielt. Sein 1:0 war sehenswert: kurz, trocken und genau ins Ziel. Ich hoffe für ihn, dass er nun von weiteren Verletzungen verschont bleibt. Dann kann er konstant auf Weltklasse-Niveau spielen. Das wäre auch mit Blick auf die Nationalmannschaft und die EM in Frankreich zu wünschen.

Hannover 96 hat dagegen auch beim Debüt von Trainer Thomas Schaaf verloren - und das zuhause gegen Aufsteiger Darmstadt. Für Hannover ist die Situation sehr gefährlich. Ein neuer Trainer und fünf neue Spieler - da ist es normal, dass das Gebilde nicht stabil sein kann. Das Gesamtgefüge muss jetzt so schnell wie möglich zusammen wachsen.

Der VfB Stuttgart hat beim 3:1 in Köln einen guten Eindruck hinterlassen. Trainer Jürgen Kramny besinnt sich auf die Grundlagen: gut stehen und einfache Dinge richtig machen.Ich habe immer gesagt, dass die Mannschaft nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen wird, wenn sie nur halbwegs stabil steht. Dafür ist die Qualität in der Offensive einfach zu gut.

Das Debüt von Kevin Großkreutz war durchwachsen. Wenn er nur annähernd zur Form aus seiner Blütezeit in Dortmund findet, ist er für den VfB ein Riesengewinn. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Fredi Bobic gewann 1996 den EM-Titel mit der Nationalmannschaft, nachdem er in der Saison 1995/96 Bundesliga-Torschützenkönig geworden war. 1997 holte er mit dem VfB Stuttgart als Teil des "Magischen Dreiecks" den DFB-Pokal. 2006 wurde er  zum Abschluss seiner Spielerkarriere mit NK Rijeka kroatischer Pokalsieger. Internationale Erfahrung sammelte er auch als Spieler in England bei den Bolton Wanderers und als Geschäftsführer Sport und Marketing beim bulgarischen Klub Tschernomoretz Burgas. Von 2010 bis 2014 war der 43-Jährige beim VfB Stuttgart zunächst als Sportdirektor und ab 2013 als Vorstand Sport tätig. Darüber hinaus war Fredi Bobic bereits als Experte für SPORT1 bzw. das damalige DSF und den früheren Bundesliga-Sender LIGA total! aktiv.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel