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FC Bayern Muenchen - Doha Training Camp Day 1
Pep Guardiola (r.) gibt Xabi Alonso (l.) deutliche Anweisungen © Getty Images

Dubai - Frei und voller Tatendrang reist Pep Guardiola mit dem FC Bayern ins Trainingslager nach Katar. An welchen Stellschrauben muss der Spanier dort drehen? SPORT1 benennt die Baustellen.

Eine Baustelle hat Pep Guardiola rechtzeitig geschlossen. Einen Tag vor dem Abflug ins Trainingslager machte er die Gründe für seinen Abschied vom FC Bayern öffentlich und bestätigte, dass es ihn in der kommenden Saison in die englische Premier League zieht.

Guardiola redete sich alles von der Seele, machte reinen Tisch und geht frei und voller Tatendrang in die Rückrunde, auf die sich die Münchner in der Aspire Academy in Doha vorbereiten.

SPORT1 zeigt, wo Guardiola dort ansetzen sollte.

Spannung aufbauen

In der Liga haben die Bayern acht Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund. Kaum jemand zweifelt daran, dass die Münchner ihren Fans im Mai auf dem Rathaus-Balkon erneut die Meisterschale präsentieren werden und damit als erstes Team überhaupt vier Mal in Folge den Titel holen.

Eine Hauptaufgabe Guardiolas wird es sein, dafür zu sorgen, dass seine Mannschaft dennoch nicht den Fokus verliert. Schon in den vergangenen beiden Spielzeiten war bei Lahm und Co. in der entscheidenden Phase der Saison ein Spannungsabfall zu bemerken, der am Ende - neben den vielen Verletzten - einen Teil zum Aus in der Champions League beitrug. 

Guardiola selbst brennt auf die Rückrunde, das war dem Katalanen auf der Pressekonferenz vor dem Abflug nach Katar anzumerken. Den Fehler, die Meisterschaft wie vor zwei Jahren frühzeitig für beendet zu erklären, wird er nicht wieder machen.

An der Balance arbeiten

Wenn die Bayern schon mal verlieren, was in der Amtszeit unter Guardiola beinahe einem Sechser im Lotto gleichkommt, dann meist nicht nur knapp.

Fängt sich die Mannschaft ein Gegentor, drückt sie so vehement auf den Ausgleich, dass in der Defensive teils große Löcher entstehen, die zum Kontern einladen. So gesehen bei der Niederlage gegen Gladbach in der Hinrunde, aber auch in der Champions League gegen Barcelona, als man im Hinspiel ein mögliches Weiterkommen leichtfertig her schenkte.

"Wir müssen in diesen Momenten cooler werden, auch ich darf nicht immer nur das Spiel schnell machen", räumte Torhüter Manuel Neuer nach der Pleite gegen Gladbach ein.

Guardiola muss in bestimmten Phasen eines Spiel einen Weg finden zwischen dem Offensiv-Fußball, den er so liebt - und dem die Gegner zumeist nicht ansatzweise etwas entgegenzusetzen haben - und einer vermeintlich destruktiveren Spielweise, die ihm zuwider ist, gleichzeitig aber im einen oder anderen Fall mehr Erfolg verspricht.

Das Gespräch mit der Mannschaft suchen

Die Mannschaft erfuhr auf dem Rückflug von Hannover von der Entscheidung Guardiolas die Bayern nach dieser Saison zu verlassen, noch hat der Spanier aber nicht das persönliche Gespräch mit dem Team gesucht.

"Vielleicht finde ich in Katar die Zeit dazu", hatte er vor dem Abflug erklärt. Große Notwendigkeit sieht er allerding nicht. Thomas Müller habe alles gesagt. Es sei egal, ob der Trainer bleibt oder nicht, was zählt ist der Wille auf Titel.

Der Stimmung in der Mannschaft dürfte es aber keinen Abbruch tun, wenn Guardiola auch die für ihn wichtigsten Menschen im Verein in sein Vertrauen nimmt. Zumal die Mannschaft zuvor öffentlich um seinen Verbleib gekämpft hatte.

Den Kader wieder flott bekommen

Mit Franck Ribery, Medhi Benatia, Mario Götze und David Alaba sind gleich vier Rekonvaleszenten mit nach Doha geflogen. Während bei Alaba zumindest noch die Hoffnung besteht, dass er gegen Ende des Trainingslagers noch ein paar Einheiten mit der Mannschaft absolvieren kann, kommen die Tage in Katar für die anderen drei noch zu früh.

Hier ist natürlich in erster Linie nicht Guardiola, sondern vor allem die Ärzte und die Profis selbst für verantwortlich. Doch auch der Cheftrainer sollte angesichts der Fülle an Blessuren im muskulären Bereich darauf achten, die Verletzten behutsam wieder heranzuführen.

Nur mit dem bestmöglichen Kader wird der FC Bayern in der Lage sein, zum zweiten Mal nach 2013 nach dem ersehnten Triple zu greifen.

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