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Hannover - Thomas Schaaf kann den Sturz von Hannover 96 nicht stoppen. Der Tabellenletzte steht nach der Pleite gegen Darmstadt vor schwierigen Wochen. Jetzt ist Schaaf als Psychologe gefragt

Thomas Schaaf legte die Stirn in Falten. Sein Debüt bei Hannover 96 ging gründlich schief, nach der nächsten Pleite stürzten die Niedersachsen auf den letzten Tabellenplatz ab.

"Dass die Aufgabe einfach ist, das hat keiner gesagt", sagte Schaaf nach dem 1:2 (1:1) gegen Darmstadt 98.

Hannover hat Schaaf in der Winterpause als Retter geholt, als großen Hoffnungsträger im Abstiegskampf - aber nach nur 90 Minuten ist die Aufbruchstimmung schon wieder ziemlich verpufft.

Doch Schaaf, ganz abgezockter Psychologe, hob das Positive nach dem missratenen Rückrundenauftakt heraus.

"Wenn wir die Leistung aus der Anfangsphase über 90 Minuten zeigen, gehen wir als Sieger vom Platz - mit Sicherheit", sagte Schaaf.

Seine Mannschaft zeigte in den ersten 15 Minuten eine ansprechende Vorstellung, Zugang Hugo Almeida (10.) brachte die Roten mit einem schönen Treffer früh in Führung.

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Aber dann war Hannover "wieder in alte Muster zurückgefallen", wie Schaaf ebenfalls richtig erkannte. Der 54-Jährige bemängelte vor allem, dass sein Team vor dem Tor viel zu zögerlich war.

Nach dem Motto: "Mach' Du mal, ich hab noch nicht die Traute."

Und so gingen die meisten der 35.600 Zuschauer traurig nach Hause. Hannover musste nach dem Doppelpack von Schaafs Ex-Spieler Sandro Wagner (31. und 47.) die vierte Niederlage in Serie einstecken, von den vergangenen sieben Partien gingen sechs verloren.

Nun sind es schon drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und die nächsten Gegner heißen Leverkusen, Mainz und Dortmund (Die Tabelle der Bundesliga).

"Es wird nicht einfacher", sagte Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler: "Wir brauchen dringend Punkte." Jedes der kommenden 16 Spiele im Kampf gegen den Abstieg werde jetzt zu einem "Endspiel".

Darmstadt lässt sich nicht beirren

Die Hoffnungen auf einen Befreiungsschlag an der Leine waren jäh zerplatzt. Darmstadt ließ sich vom hohen Anfangstempo der 96er nicht beirren, stellte sich immer besser auf den Gegner ein und die Gastgeber fanden nach den Rückschlägen der jüngsten Vergangenheit keine Mittel mehr gegen den Defensiv-Block der Hessen (Die Statistiken zum Spiel).

Zudem kam Hannover ziemlich "träge" aus der Kabine, wie Almeida feststellte und ließ sich beim Siegtreffer überrumpeln.

Und so stand Almeida trotz einer ordentlichen Vorstellung am Ende bedröppelt in den Katakomben der Arena in Hannover. "Ich bin nicht glücklich", sagte der bullige Portugiese, der sich so gern als Held des Tages hätte feiern lassen. Erstes Spiel, erstes Tor - doch mit dem ersten Sieg wurde es bekanntlich nichts. "Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns", sagte der 31-Jährige (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

Das weiß auch Schaaf. Und dazu gehört für den ehemaligen Meister-Trainer auch, sein Team gleich wieder aufzurichten.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Schaaf also und versuchte Zuversicht zu versprühen. Nach dem Absturz auf den letzten Platz weiß er aber nur zu gut, dass dieser Weg extrem steinig wird.

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