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Nach dem Rücktritt von Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel macht Ex-Referee Babak Rafati Parallelen zu seinem eigenen Fall aus. Er prangert "systematisches Mobbing" an.

Den ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati überrascht der Rücktritt von DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel und die damit verbundenen Mobbing-Vorwürfe nicht.

"Mir war klar, dass da irgendwann alles hochkommt. Mein Fall ist jetzt 50 Monate her. Endlich trauen sich die Ersten, das auszusprechen, was gängige Praxis ist", sagte Rafati, der vor rund vier Jahren einen Suizidversuch unternahm, der Bild.

"Ich fühle mich bestätigt"

Der 45-Jährige sieht Parallelen zu seinem Fall: "Ich habe das alles so erlebt - und zum Glück überlebt. Ich habe als Schiedsrichter Fehler gemacht. Das machen andere auch. Ich fühle mich bestätigt."

Nach SPORT1-Informationen ist dem Schritt ein Machtkampf zwischen Fandel und Hellmut Krug vorausgegangen.

Die beiden Ex-Referees Fandel und Krug sitzen gemeinsam im Schiedsrichter-Ausschuss, beanspruchen aber schon länger die uneingeschränkte Macht jeweils für sich.

Im Trainingslager für die Rückrunde in der vergangenen Woche auf Mallorca kam es dann zum großen Krach. Der Grund: Einige Schiedsrichter äußerten bei einer anonymen Befragung massive Kritik an Krugs Menschenführung.

"Unter Druck gesetzt und klein gemacht"

Rafati dazu: "Ja, so lief es damals und so läuft es immer noch. Das ist systematisches Mobbing. Da greifen menschenverachtende Mechanismen."

Er erklärte: "Ein Beispiel ist das Beobachtungs-System. Da kommt es zu Einflussnahme auf Berichterstattung und zu persönlichen Angriffen. Ich habe Telefonate erlebt, in denen ich unter Druck gesetzt und klein gemacht wurde. Das alles hat sich in der Zwischenzeit offensichtlich kein bisschen geändert."

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