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SPORT1-Experte Thomas Berthold (l.) traut dem FC Schalke mit Leroy Sane (M.) und Dortmund um Pierre-Emerick Aubameyang (M.) deutlich mehr zu als Hertha BSC mit Neuzugang Sinan Kurt © SPORT1 Grafik: Getty Images

München - Dortmund macht Jagd auf den FC Bayern, Überraschungsteam Hertha will oben dabei bleiben. SPORT1 und Thomas Berthold machen den Rückrunden-Check. Teil 3: Platz 1 bis 6.

• FC Schalke 04 (6. Platz, 27 Punkte, 23:23 Tore)

So lief die Vorbereitung: Im Rahmen seines Trainingslagers in Orlando bestritt der FC Schalke 04 zwei Testspiele: Gegen die Fort Lauderdale Strikers gab’s einen 2:0-Erfolg, gegen Atletico Mineiro eine 0:3-Klatsche. Zurück auf deutschem Boden unterlag S04 mit 0:1 in Bielefeld.

Das ist neu: Mittelfeldspieler Alessandro Schöpf kam für fünf Millionen Euro aus Nürnberg, Offensivmann Younes Belhanda wurde für ein halbes Jahr von Dynamo Kiew ausgeliehen. Kaan Ayhan (Leihe an Eintracht Frankfurt), Kevin-Prince Boateng (AC Mailand) und Felipe Santana (Kuban Krasnodar) haben den Klub verlassen.

Das muss besser werden: Spielerisch ist bei den Königsblauen noch Luft nach oben - gerade im zentralen Mittelfeld. Auch die Stürmer Klaas-Jan Huntelaar und Franco di Santo trafen bislang noch nicht wie gewünscht.

Das sagt SPORT1-Experte Thomas Berthold: "Die Schalker sehe ich nicht im Kampf um die Plätze drei und vier. Sie werden darum kämpfen müssen, überhaupt in die Europa League zu kommen. Ihr Rückstand auf die Hertha ist schon recht groß."

• Bayer Leverkusen (5. Platz, 27 Punkte, 25:20 Tore)

So lief die Vorbereitung: Auch Bayer Leverkusen schlug seine Zelte in Orlando auf, testete dort gegen Santa Fe (1:0) und Porto Alegre (3:3). Die Generalprobe auf heimischem Geläuf gegen Bochum ging allerdings mit 1:2 verloren.

Das ist neu: Bislang hielten die Bayer-Bosse auf dem Wintertransfermarkt komplett die Füße still, vermeldeten weder einen Zu- noch einen Abgang.

Das muss besser werden: Leistungsträger wie Hakan Calhanoglu oder Karim Bellarabi konnten in der Hinrunde nicht an ihre starke Vorsaison anknüpfen. Gerade gegen Topteams wie Bayern (0:3), Dortmund (0:3) oder Wolfsburg (1:2) war so natürlich nichts zu holen. Insgesamt fehlt es an Konstanz.

Das sagt SPORT1-Experte Berthold: "Bayer spielt mit Gladbach und Wolfsburg um Platz drei und vier. Diese drei Mannschaften sehe ich da im direkten Konkurrenzkampf."

• Borussia Mönchengladbach (4. Platz, 29 Punkte, 34:30 Tore)

So lief die Vorbereitung: Borussia Mönchengladbach war wieder im türkischen Belek zu Gast, bestritt dort Testspiele gegen Sivasspor (2:1) und die Hertha (2:2). Die Generalprobe in Bochum (2:5) ging gewaltig in die Hose.

Das ist neu: Offensiv-Allrounder Jonas Hofmann kam für acht Millionen Euro aus Dortmund, Verteidiger Martin Hinteregger auf Leihbasis aus Salzburg. Abgegeben wurde niemand.

Das muss besser werden: Nach ihrem Katastrophen-Start haben sich die Borussen unter ihrem neuen Trainer Andre Schubert noch bis auf Platz vier vorgekämpft. Die mit 30 Gegentoren drittschlechteste Defensive der Liga offenbart aber nach wie vor Schwächen.

Das sagt SPORT1-Experte Berthold: "An den Gladbachern sieht man, wie viel die Psyche im Fußball ausmacht. Ich glaube, dass Andre Schubert da einige Blockaden gelöst hat. Von den Spielern und vom Selbstbewusstsein her haben sie eine gute Chance, wieder in die Champions League einzuziehen."

• Hertha BSC (3. Platz, 32 Punkte, 26:18 Tore)

So lief die Vorbereitung: Auch Hertha BSC machte in Belek Station. In den Testspielen gab es zwei Siege (jeweils 1:0 gegen Vaduz und Hannover), ein Unentschieden (2:2 gegen Gladbach) und eine Niederlage (1:4 gegen Bochum).

Das ist neu: Jungspund Sinan Kurt kam von den Bayern, Torhüter Sascha Burchert kehrte von seiner Leihe aus Oslo zurück. Keeper Marius Gersbeck wurde nach Chemnitz ausgeliehen.

Das muss besser werden: Die Hauptstädter spielten eine überragende Hinserie. Wenn sie aber in Rückstand gerieten, gewannen sie kein Spiel mehr. In Drucksituationen verliert die Hertha noch zu schnell ihre Linie.

Das sagt SPORT1-Experte Berthold: "Ich glaube nicht, dass die Berliner sich da oben halten können. Es waren in der Hinrunde einige Spiele dabei, die sie doch recht glücklich gewonnen haben. Wenn sie in die Europa League kommen sollten, wäre das für mich schon eine große Überraschung."

• Borussia Dortmund (2. Platz, 38 Punkte, 47:23 Tore)

So lief die Vorbereitung: Im Rahmen des Trainingslagers in Dubai feierte Borussia Dortmund zwei überzeugende Siege gegen Eintracht Frankfurt (4:1) und die Jeonbuk Hyundai Motors (4:1). Auch die Generalprobe gegen Sparta Prag wurde mit 3:1 gewonnen.

Das ist neu: Noch hat der BVB in diesem Winter keinen Spieler verpflichtet. Mit Jonas Hofmann (nach Gladbach) und Adnan Januzaj (zurück zu Manchester United) sind zwei Akteure gegangen.

Das muss besser werden: Obwohl sie mit bislang 47 Toren die stärkste Offensive der Liga stellen, könnten die Dortmunder in Sachen Chancenverwertung noch konsequenter werden.

Das sagt SPORT1-Experte Berthold: "Acht Punkte Rückstand sind schon ein Klotz, die Bayern werden nicht drei Spiele mehr verlieren als die Dortmunder. Trotzdem: Mein Eindruck ist, dass der BVB in einer ganz anderen körperlichen Verfassung ist als im Vorjahr. Daher traue ich ihnen auf jeden Fall zu, den zweiten Rang zu halten."

• FC Bayern München (1. Platz, 46 Punkte, 46:8 Tore)

So lief die Vorbereitung: Wie in den vergangenen Jahren auch, bereitete sich der FC Bayern in Doha/Katar auf die Rückrunde vor. Das einzige Testspiel dieses Winters beim Karlsruher SC wurde allerdings mit 1:2 verloren.

Das ist neu: Zugänge haben die Bayern bislang noch keine vermeldet. Jan Kirchhoff (Sunderland) und Sinan Kurt (Hertha) wurden verkauft, Gianluca Gaudino nach St. Gallen verliehen.

Das muss besser werden: Nach Ballverlust bieten die Münchner ihren Gegnern oft noch zu große Räume an. Spannend zu beobachten wird auch sein, wie die Bayern starten (sieben ihrer ersten zehn Spiele bestreiten sie auswärts) und die nach und nach zurückkehrenden Verletzten integrieren.

Das sagt SPORT1-Experte Berthold: "Die Niederlage gegen Karlsruhe ist für mich kein Argument zu sagen, dass die Bayern in der Rückrunde schwächeln werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich ihren Vorsprung noch nehmen lassen werden. In der Liga sehe ich keine Mannschaft, die ihnen auch nur annähernd gefährlich werden könnte."

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