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Nur gegen Real Madrid hat Pep Guardiola eine schlechtere Bilanz als gegen Borussia Dortmund
Pep Guardiola steht beim FC Bayern noch bis zum Saisonende unter Vertrag © Getty Images

München - Nachdem Pep Guardiola die Premier League als nächstes Ziel auserkoren hat, bleibt die Frage: Wohin führt sein Weg? SPORT1 wägt die Chancen von vier Kandidaten ab.

So ganz mit der Sprache rausrücken wollte Pep Guardiola dann doch nicht. Auf der ersten Pressekonferenz nach seiner Bekanntgabe, den FC Bayern München zum Saisonende zu verlassen, bestätigt der Star-Trainer aber zumindest das, was man ohnehin vermuten durfte.

"Ich will in England in der Premier League trainieren", hielt er fest, gleich zweimal: "Das ist der einzige Grund, warum ich nicht verlängert habe." Er brauche schlicht "eine neue Herausforderung".

Wohin es den Noch-Bayern-Coach verschlägt, ließ Guardiola offen - da halfen auch die üblichen Nachfragen nichts.

Denkbar sind alle vier Top-Vereine aus der Premier League - also die Londoner Klubs FC Chelsea und FC Arsenal ebenso wie die beiden Vereine aus Manchester. SPORT1 klopft die einzelnen Kandidaten ab und schätzt ihre Chancen ein.

Manchester City:

Von den vier Teams, die für Guardiola in Frage kommen, sind die "Citizens" klar in der Pole Position. Mit Txiki Begiristain und Ferran Soriano stehen bereits zwei alte Weggefährten und Vertraute aus Barcelona in Lohn und Brot.

Vorschnell hatten einige Medien bereits von einem Dreijahresvertrag berichtet, den Guardiola bereits unterschrieben habe - soweit ist es aber noch nicht.

Dennoch: Gesponsert von Citys finanzkräftigem Eigner aus Abu Dhabi könnte Guardiola hier sein neues Projekt in Angriff nehmen. 25 Millionen Euro pro Saison könnte der Katalane einsacken, so viel wie noch kein Trainer weltweit vor ihm. Bei City wäre Gutadiola außerdem nicht dem Verdacht ausgesetzt, er würde sich ins gemachte Nest setzen.

Kurioserweise machte sich auch der jetzige City-Coach Manuel Pellegrini für Guardiola stark. "Irgendwann wird er nach England kommen und ich hoffe, dass er dann die Option hat, bei Manchester City zu arbeiten. Ich sage das, weil ich den Verein liebe." Wechselwahrscheinlichkeit: 70 Prozent

Manchester United:

Bereits im Frühherbst kursierten erste Gerüchte, wonach Guardiola den jetzigen United-Coach Louis van Gaal ablösen könnte. Da war allerdings noch nicht klar, dass der Spanier die Bayern bereits im kommenden Sommer verlassen würde.

Vier Monate später hat sich die Dynamik auf beiden Seiten beschleunigt. Van Gaal steht mehr denn je auf der Kippe, Guardiola ist im Juni frei.

"Ich mag die Atmosphäre. Ich könnte mir vorstellen, hier eines Tages zu trainieren", sagte Guardiola einst über das Old Trafford. Bei United schwingt wohl auch die Hoffnung mit, Stadtrivale City den wohl begehrtesten Coach im Weltfußball vor der Nase wegzuschnappen. Nicht auszuschließen, dass dies auch gelingen könnte - Geld ist in rauen Mengen vorhanden. Wechselwahrscheinlichkeit: 15 Prozent

FC Arsenal:

Nur wenige Minuten, nachdem Pep Guardiola bekanntgab, dass er im Sommer auf die Insel wechseln werde, forderte der bekannte Reporter und Arsenal-Fan Piers Morgan die "Gunners" dazu auf, den Noch-Bayern-Coach zu holen.

Sollte es wirklich dazu kommen, müsste allerdings mit Arsene Wenger eine lebende Ikone aus dem Amt gescheucht werden - oder der Franzose von sich aus zurücktreten. Sollten die "Gunners" einen Titel gewinnen, könnte sich Wenger standesgemäß verabschieden. Doch bis dahin hätte sich Guardiola wohl längst entschieden.

Mit seinem schnellen Kurzpassspiel wäre Arsenal bereits jetzt die Mannschaft, die dem Guardiola-System am nähesten kommt. Zudem dürfte für den Spanier London die weitaus interessantere Stadt als Manchester sein. Wechselwahrscheinlichkeit: 10 Prozent

FC Chelsea:

Von den vier Teams sind die Blues die einzigen, die schon jetzt ganz offiziell nach einem neuen Trainer für die kommende Saison suchen. Nach der Beurlaubung von Jose Mourinho trat zwar Guus Hiddink seinen Dienst an - doch der Niederländer wird nur bis zum Sommer die Stellung halten.

Chelsea-Boss Roman Abramowitsch soll bereits in der Vergangenheit versucht haben, Guardiola an die Stamford Bridge zu locken - vergebens. Es ist zu vermuten, dass dem Spanier die hohe Trainer-Fluktuation bei Chelsea gegen den Strich geht. Da kann Abramowitsch noch so sehr mit den Geldscheinen wedeln. Wechselwahrscheinlichkeit: 5 Prozent

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