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Leverkusen - Der FC Bayern kommt in Leverkusen nicht über ein Unentschieden hinaus. Die Münchner beenden das Spiel in Unterzahl. Trainer Guardiola ist zufrieden, Badstuber hadert.

Ganz einig waren sich Trainer Pep Guardiola und die Spieler des FC Bayern München in der Bewertung der Nullnummer bei Bayer Leverkusen nicht.

"In der ersten Halbzeit hatten wir einige Probleme, danach haben wir mehr Qualität gezeigt und es in der zweiten Halbzeit gut gemacht", sagte Guardiola nach dem 0:0 im Spitzenspiel. "Insgesamt verdienen meine Spieler ein großes Kompliment", ergänzte der Spanier bei Sky.

Abwehrspieler Holger Badstuber trauerte hingegen der verpassten Gelegenheit zum Ausbau des Punktepolsters auf den schärfsten Verfolger Borussia Dortmund nach.

"Wir hatten die besseren Chancen. Wenn wir die nutzen, dann können wir als Sieger vom Platz gehen. Wir hätten heute einen Big Point machen können, das haben wir leider nicht gemacht", sagte Badstuber.

Gelb-Rot gegen Xabi Alonso

Der Tabellenführer aus München hatte eine turbulente Woche mit einem Punktgewinn abgeschlossen, dabei aber keine überzeugende Vorstellung gezeigt.

Nach einigen medialen Störfeuern erkämpfte sich der Rekordmeister vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena ein Unentschieden, auch wenn mehr drin war (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse).

Trotz Unterzahl in der Schlussphase nach Gelb-Rot gegen Xabi Alonso (84./wiederholtes Foulspiel) behaupteten die Münchner ihren Vorsprung von acht Punkten auf Dortmund, das zuvor bei Hertha BSC ebenfalls eine Nullnummer abgeliefert hatte (DATENCENTER: Tabelle).

Guardiola erkennt anfängliche Probleme

Auf Leverkusener Seite war Trainer Roger Schmidt mit dem Remis zufrieden." Auch ein Unentschieden gegen die Bayern in dieser Besetzung ist ein Erfolg. Insgesamt ist es ein gerechtes Ergebnis. Trotz des null zu null war es ein gutes Spiel", sagte Schmidt.

Christoph Kramer meinte: "Ein 1:1 wäre noch gerechter gewesen. München war am Schluss bis zum Platzverweis etwas stärker, davor waren wir am Drücker. Jeder hätte von seinen Chancen mit etwas Glück ein Tor machen können. Insofern ist das Unentschieden in Ordnung", sagte der Weltmeister.

Müller zunächst auf der Bank

Nach zuvor vier Siegen in Folge konnten die Bayern in einer zerfahrenen Begegnung nicht dreifach punkten (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel).

Die Partie war von vielen Nickligkeiten, Fouls und zahlreichen Fehlpässen gekennzeichnet. Auch Bayer kam in der Offensive nur schwer auf Touren, viele Aktionen blieben Stückwerk. Zusammenhängende Kombinationen sah man selten.

Leverkusens Stürmer Stefan Kießling hatte in der ersten Halbzeit Glück, nach Fouls an Joshua Kimmich, Arturo Vidal und Alonso jeweils ohne Verwarnung davonzukommen. TV-Experte Markus Merk bemängelte in diesem Fall fehlende Konsequenz bei Schiedsrichter Knut Kircher: "Das war mindestens einmal Gelb", sagte er bei Sky, zudem hätte Alonso nicht vom Platz fliegen dürfen. Leverkusens Trainer Roger Schmidt konterte scharf: "Solche Aussagen sind für mich ein Witz."

Improvisierte Bayern-Abwehr

Guardiola musste bei den Rheinländern nicht nur die Langzeitverletzten Jerome Boateng und Javi Martinez ersetzen, sondern auch Neuzugang Serdar Tasci, der im ersten Mannschaftstraining eine Gehirnerschütterung erlitten hatte und in Leverkusen nicht zum Kader zählte.

Überraschend saß Weltmeister Thomas Müller zunächst nur auf der Bank. Guardiola verzichtete erstmals seit Oktober 2015 und dem Spiel in Frankfurt auf den Offensivspieler in der Anfangsformation. Dafür bildeten Arjen Robben, Douglas Costa und Kingsley Coman das sprintschnelle Offensiv-Trio hinter Torjäger Robert Lewandowski.

"Wir wollten mehr eins gegen eins spielen", erklärte Guardiola die Pause für Müller, "aber wir haben es nicht perfekt umgesetzt."

Torchancen Mangelware

Doch trotz dieser Hochkaräter gab es lange Zeit kaum Torszene vonseiten der Bayern zu sehen. Einzig Coman (21.), der aus spitzem Winkel an Torwart Bernd Leno scheiterte, beschwor ein wenig Gefahr herauf. Der 19-malige Saisontorschütze Lewandowski konnte nur selten in Szene gesetzt werden (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

In der ersten Halbzeit schossen beide Mannschaft jeweils nur einmal auf das gegnerische Tor - ein historischer Minuswert.

Nach einer Stunde wurde Müller für Robben eingewechselt und hatte in der 64. und 65. Minute gleich zwei Großchancen, setzte den Ball aber jeweils über das Tor. Mit Müller kam auf jeden Fall deutlich mehr Schwung beim Titelverteidiger.

Der eingewechselte Müller macht Betrieb © SPORT1

Der mexikanische Torjäger Javier Hernandez (13 Saisontreffer) sah ebenfalls kaum Land. Seine erste gute Szene hatte der ehemalige ManUnited-Angreifer in der 53. Minute, als sein Schuss aus 20 Metern knapp das Gehäuse der Bayern verfehlte.

Vidal bekommt Guardiolas Vertrauen

In der Start-Elf des FC Bayern stand auch der Ex-Leverkusener Arturo Vidal, der unter der Woche für einige Schlagzeilen gesorgt hatte. Guardiola vertraute aber seinem Aggressivleader, der zuletzt zuschauen musste. 

Der chilenische Star konnte allerdings dem Spiel seiner Mannschaft auch nur selten seinen Stempel aufdrücken. In der 52. Minute musste Vidal angeschlagen dem spanischen Nationalspieler Thiago weichen.

Lewandowski vergibt beste Möglichkeit

Bayer verteidigte geschickt und mit viel Engagement. Die große Antrittsschnelligkeit der Bayern-Asse Robben, Costa und Coman kam nur selten zum Tragen.

Das Spiel wurde erst mit Beginn der zweiten Halbzeit etwas munterer, weil beide Teams ihre Abwehrreihen etwas lockerten. Acht Minuten vor Spielende vergab Lewandowski freistehend vor Leno eine große Möglichkeit zum Siegtreffer.

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