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Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach beendet die Ergebniskrise mit einem Torfestival gegen schlafmützige Bremer. Werder-Kapitän Clemens Fritz legt den Finger in die Wunde.

Angeführt von Tor-Debütant Andreas Christensen hat Borussia Mönchengladbach in einem rasanten Spiel die ersten Punkte der Rückrunde eingefahren.

Der erst 19 Jahre alte Abwehrspieler aus Dänemark erzielte beim verdienten 5:1 (2:0) gegen Werder Bremen die ersten Bundesliga-Treffer seiner Karriere und hatte maßgeblichen Anteil an Gladbachs vorläufiger Rückkehr auf den vierten Platz.

"Wir haben ganz genau analysiert, woran es zuletzt gelegen hat", sagte Borussia-Trainer Andre Schubert bei Sky: "Wenn die Jungs frischer sind und wieder in einen Lauf kommen, dann greifen die Mechanismen auch wieder. Das hat die Mannschaft gezeigt und zwar sehr eindrucksvoll."

Fritz bemägelt Abwehrarbeit

Bremens Kapitän Clemens Fritz bemängelte vor allem die Defensivarbeit seiner Mannschaft: "Wir haben den Gegner teilweise nur begleitet. Das muss besser werden, sonst wird es ganz schwierig." Werder steckt nach der ersten Niederlage im neuen Jahr auf Platz 16 weiter tief im Abstiegskampf. (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

Werder-Trainer Viktor Skripnik gab sich trotz der deutlichen Pleite zuversichtlich. "Wir machen derzeit unsere Schritte, aber wir machen sie langsam. Wir müssen trotzdem weiter an uns glauben, es gibt noch genügend Spiele. Wir haben genug Qualität, aber es muss auch alles passen", sagte Skripnik.

Nordtveit mit dem Schlusspunkt

Vor Christensens Doppelpack (31./50.) hatte Lars Stindl (12.) die Borussia auf die Siegerstraße gebracht. Nach Raffaels (70.) Treffer per Foulelfmeter setzte Havard Nordtveit (88.) den Schlusspunkt. (DATENCENTER: Tabelle)

Für die wacker kämpfenden Bremer verkürzte Jubilar Claudio Pizarro (56.) ebenfalls per Foulelfmeter zum zwischenzeitlichen 1:3. Für den Peruaner war es im 400. Bundesliga-Spiel der 182. Treffer.

Datenanalyse Gladbach-Bremen
Datenanalyse Gladbach-Bremen © SPORT1

Im 100. Pflichtspiel-Duell beider Klubs boten beide Teams den 51.569 Zuschauern besonders vor der Pause ein wahres Chancen-Feuerwerk. Während die Borussia anders als zuletzt ihre Gelegenheiten nutzte, blieb die Werder-Offensive glücklos. Auch Pizarro, der als erster Ausländer der Liga-Geschichte die 400-Spiele-Marke knackte, blieb immer wieder in der vielbeinigen Abwehr der Borussia hängen. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

Offensiver Schlagabtausch

Dabei versteckte sich Werder zunächst keineswegs. Die Norddeutschen störten früh, verteidigten hoch, boten der Borussia so aber auch Raum für Kombinationen. Ein sehenswerter Angriff führte prompt zur Führung: Der zuletzt angeschlagene Mahmoud Dahoud bediente den ebenfalls in die Startelf gerückten Thorgan Hazard, dessen Ablage Stindl mühelos zu seinem sechsten Saisontor verwertete.

Das Spiel blieb auch nach dem frühen Treffer temporeich und mit Torszenen gespickt. Nachdem ein Schuss von Clemens Fritz (24.) das Ziel zunächst um Zentimeter verfehlt hatte, erhöhte Christensen auf der Gegenseite nach erneuter Vorarbeit des starken Dahoud auf 2:0. Als der Däne kurz nach der Pause per Kopf sogar den dritten Treffer nachlegte, schien die Begegnung entschieden. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Bremen drückt auf das 2:3

Nach dem Anschluss durch Pizarro verlor die Borussia allerdings plötzlich den Glauben an die eigene Stärke. Bremen drückte nun vehement auf den Anschlusstreffer und hatte durch Pizarro gar das 2:3 auf dem Fuß (65.), Nico Elvedi rettete in letzter Sekunde. Wie eine Erlösung wirkte für die Borussia daher der Elfmeterpfiff wenig später, Raffael beruhigte mit seinem achten Saisontor die Nerven.

Auf Werder warten nun harte Wochen, zumal kurz vor Anpfiff eine Sperre gegen Neuzugang Sambou Yatabaré (26) bekannt geworden war. Der Nationalspieler Malis war in Belgien nachträglich bestraft worden, nachdem er im letzten Spiel für seinen alten Arbeitgeber Standard Lüttich einem am Boden liegenden Gegenspieler auf das Sprunggelenk war. Fernsehbilder überführten den Mittelfeldspieler.

Beste Gladbacher waren Dahoud und Christensen. Bei Werder überzeugten Clemens Fritz und Levin Öztunali.

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