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Serdar Tasci (l.) verliert vor dem 0:1 den entscheidenden Zweikampf gegen Sandro Wagner © Imago

München - Bei seinem ersten Einsatz für die Bayern ist dem Innenverteidiger gegen Darmstadt die mangelnde Spielpraxis anzumerken. Der FCB feiert trotzdem - dank Müller.

Der Debütant gab sich nach dem Spiel selbstkritisch.

"Das kann ich natürlich besser verteidigen", sagte Innenverteidiger Serdar Tasci über die Szene in der 26. Minute, in der der FC Bayern gegen Aufsteiger Darmstadt 98 mit 0:1 ins Hintertreffen geriet. Gegen Sandro Wagner stand er nicht optimal und ließ den Gäste-Stürmer so zum Torerfolg kommen. (DATEN: Tasci-Debüt mit Makel) 

Die ehrlichen Worte zu finden, fiel ihm nicht schwer. Schließlich reichte es am Ende dennoch zu einem souveränen 3:1-Erfolg des Rekordmeisters. Außerdem konnte er mildernde Umstände anführen.

Fehlende Spielpraxis spürbar

Da sein Ex-Klub Spartak Moskau wegen der langen Winterpause in der russischen Liga schon seit Monaten keine Partie mehr bestritten hat, fehlte Tasci erstens die Spielpraxis. Und zweitens sei Torschütze Wagner "mit seiner Größe und Physis schwer zu verteidigen", sprang ihm Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zur Seite.

Dennoch: Für einen Einsatz im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Juventus Turin empfahl er sich nicht. Dort dürfte Trainer Pep Guardiola dem Abwehr-Duo Joshua Kimmich und David Alaba wieder vertrauen, obwohl auch da Restzweifel bleiben.

Der beste Müller

Umso wichtiger also, dass es vorne passt. "Dass das Tor schön war, wissen wir alle", meinte Thomas Müller zu seinem spektakulären Fallrückzieher zum zwischenzeitlichen 2:1 lapidar und lachte. Klar werde es in Turin schwer. Aber Sorgen, betonte Müller, nein, "Sorgen mache ich mir keine".

Der FC Bayern hat ja ihn, den Weltmeister, den vielleicht besten Thomas Müller, den es je gab. Gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Aufsteiger sorgte der 26-Jährige nach dem Rückstand durch den früheren Bayern-Reservisten Wagner mit seinen Saisontreffern Nummer 16 und 17 (48. und 71.) fast im Alleingang für die Wende.

Und wenn Müller nicht trifft, trifft sein kongenialer Partner Robert Lewandowski. Wie zum 3:1 (0:1)-Endstand mit seinem 22. Saisontor (84.). Insgesamt glänzt das Sturmduo der Bayern mit 39 Toren. So häufig traf zu diesem Zeitpunkt der Saison noch kein anderes Angriffsduo. Turin kann kommen.

"Es wäre schön, wenn sie auch am Dienstag treffen", sagte Rummenigge mit beschwörendem Unterton über die Doppelspitze Müller-Lewandowski. "Angst haben wir nicht", betonte er, "aber wir haben Respekt, ohne Frage."

Müller freut sich auf Juventus

Juventus mag seine Generalprobe bei Aufsteiger FC Bologna (0:0) verpatzt haben, davor aber hatte der italienische Rekordmeister 15 Ligasiege hintereinander gereiht. "Juventus ist abgezockt, hat Qualität, verteidigt gut", sagte Müller, "ich freue mich."

Wie bitte? Tja, dieser unwiderstehliche Thomas Müller hatte ja auch gegen widerborstige Darmstädter Spaß. "Ich habe gesehen, er hatte ein paar Kratzer da oben", berichtete Rummenigge aus der Kabine und blickte auf seine rechte Schulter, "als ob ihn irgendeine Frau bei was auch immer da gekratzt hätte. Aber es war der Gegenspieler." Aufzuhalten war Müller dennoch nicht.

Doch nicht nur Müller und Lewandowski machen den Bayern Mut - auch das Comeback von Franck Ribéry lässt hoffen. "Man hat gesehen, wie wichtig ein Franck Ribéry für Bayern München ist", sagte Rummenigge richtig über den Franzosen, der in der 53. Minute sein Comeback nach knapp zweieinhalb Monaten Pause gab. "Wir haben von ihm profitiert, er hat für Wirbel gesorgt, hat es gut gemacht."

Mit vier Torschussvorlagen lieferte er nicht nur einen statistischen Top-Wert. Er gab auch gleich die Vorlage zum 3:1-Endstand durch Lewandowski.

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