Video

Berlin - Dortmunds Trainer Tuchel witzelt über Stargast Mourinho, ärgert sich beim Remis aber über die Bedingungen im Berliner Olympiastadion. Auch BVB-Kapitän Hummels ist damit unzufrieden.

Startrainer Jose Mourinho saß also auf der Tribüne? Direkt neben BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der den Portugiesen auch noch persönlich eingeladen hatte?

Der prominente Besuch im Berliner Olympiastadion kam Trainer Thomas Tuchel ganz gelegen, um nach der Dortmunder Nullnummer bei Hertha BSC zumindest verbal für gute Laune zu sorgen.

"Ich wusste es nicht, das ist überhaupt nicht okay!", sagte Tuchel mit gespielter Entrüstung im Presseraum. Kurze Pause, Gelächter unter den Journalisten, dann die Auflösung: "Die Wahrheit ist: Ich wusste es, und es ist natürlich völlig okay." Kurze Pause, dann der nächste Scherz: "Wenn er mich nächste Woche ablöst, dann ist es nicht mehr okay."

Das wird Mourinho nicht, angeblich verhandelt der ehemalige Chelsea-Coach derzeit mit Manchester United über ein Engagement ab Sommer.

Watzke und Mourinho sind schon seit längerer Zeit in gegenseitiger Zuneigung verbunden, beide gingen vor dem Spiel bei einem Italiener in Berlin essen. Danach wurde der joblose Startrainer Zeuge, wie Dortmunds wohl letzte Meisterchance verpuffte.

Hummels selbstkritisch

"Das Ergebnis geht in Ordnung, weil wir heute keine Top-Leistung abgerufen haben", sagte BVB-Kapitän Mats Hummels.

Der Nationalspieler erweckte glaubhaft den Eindruck, als habe er schon vor dem Spiel nicht mehr auf Tabellenführer Bayern München geschielt: "Das Wichtigste ist, dass wir den zweiten Platz nicht mehr in Gefahr bringen. Das ist uns gelungen."

"Die Hertha hat hinten sehr gut gestanden. In der Mitte haben sie alles zugemacht. Wir haben dann versucht, über außen durchzubrechen, aber es war extrem schwer heute", sagte Lukasz Piszczek zu SPORT1.

Tuchel blickt nach hinten

Das Zehn-Punkte-Polster auf "Verfolger" Hertha stimmte auch Tuchel wieder zufrieden, auch wenn ihm der löchrige Rasen im Olympiastadion die Laune verhagelt hatte.

FBL-GER-BUNDESLIGA-BERLIN-DORTMUND
Thomas Tuchel ist unzufrieden © Getty Images

"Der Platz war in einem extrem bescheidenen Zustand, das macht einfach keinen Spaß", wetterte der 42-Jährige. "Das kostet dich bei jeder Angriffsaktion eine Zehntelsekunde oder gar halbe Sekunde. Deshalb haben wir gegen diese eng und leidenschaftlich verteidigenden Berliner lange gebraucht, unseren Passrhythmus und Räume zu finden, in denen wir gefährlich werden können."

Hummels stimmte zu: "Der Platz war sicherlich nicht einfach zu bespielen."

Aubameyang und Reus schwach

Dortmunds Offensivstars Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang hatten aber nicht nur mit Rasen, sondern auch mit den aggressiven Herthanern große Mühe.

Tuchel wollte Reus nach eigener Aussage eigentlich zu einem "Monster" auf dem Platz aufbauen, doch großen Schrecken verbreitete der Nationalspieler nicht.

Noch schwächer war Aubameyang, der von seinem 21. Saisontreffer meilenweit entfernt war und in der 72. Minute nach elf Ballkontakten für Adrian Ramos ausgewechselt wurde.

Schlechtes Gefühl

"Ich nehme Auba nur sehr ungern aus dem Spiel, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass er noch in eine entscheidene Situation kommt", erklärte Tuchel. Auch für Reus war frühzeitig Schluss.

Der Fokus beider Teams liegt nun voll auf der Viertelfinal-Runde im DFB-Pokal. Die Dortmunder müssen am Dienstag beim sensationell aus der Winterpause gestarteten VfB Stuttgart antreten.

Dabei freuen sie sich vor allem auf ein Wiedersehen mit Ex-Teamkollege Kevin Großkreutz. "Das wird ein seltsames Gefühl für ihn, uns und die Fans", sagte Hummels.

Hertha hat am Mittwoch im Auswärtsspiel bei Zweitligist 1. FC Heidenheim die realistische Chance, dem Ziel vom Pokalfinale im heimischen "Wohnzimmer" einen großen Schritt näher zu kommen.

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel