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SV Darmstadt 98 v Werder Bremen - Bundesliga
Siegerfaust: Sandro Wagner startete seine Profikarriere 2006 beim FC Bayern II © Getty Images

München - Vor dem Spiel beim FC Bayern wehrt sich Darmstadts Toptorjäger Sandro Wagner bei SPORT1 gegen die Kritik, der Aufsteiger würde sich zum Klassenerhalt tricksen.

Die Siegerfaust nach dem Torjubel gibt es von Sandro Wagner in dieser Saison wieder öfter zu sehen. Sieben Mal konnte der Stürmer von Darmstadt 98 in dieser Saison bereits jubeln.  

So erfolgreich war der 28-Jährige das letzte Mal zu seiner Zeit beim MSV Duisburg - in der Saison 2008/2009.  

Vor dem Spiel beim FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm und im LIVETICKER) spricht Wagner im SPORT1-Interview über die erfolgreiche Saison der "Lilien" und über die Vorwürfe, Darmstadt würde sich einen Vorteil im Abstiegskampf ertricksen. 

SPORT1: Herr Wagner, Darmstadt fährt als Tabellen-13. nach München. Inwieweit grenzt das an ein Wunder?

Sandro Wagner: Das ist definitiv kein Wunder im Sinne von Zufall. Das ist das Ergebnis harter Arbeit und von einer gewissen Qualität, denn sonst würde man nicht dort stehen. Aber abgerechnet wird zum Schluss, der Stand jetzt hat noch nichts zu bedeuten.

SPORT1: Was sind die Gründe für die tolle Saison bisher?

Wagner: Das hat mehrere Gründe. Der Trainer stellt uns sehr gut ein, und wir haben viele Spieler, die ein gutes Niveau erreicht haben. Dazu sind wir in unserer Art unangenehm zu bespielen und ein echtes Team mit ehrlichen Charakteren - keiner nimmt sich wichtiger, als er ist. Und wir haben keinen Druck, irgendwelche Spiele gewinnen zu müssen. Andere Mannschaften schon.

SPORT1: Warum sind Sie erst in Darmstadt richtig aufgeblüht? Diese Saison ist nicht zu vergleichen mit Ihren Stationen Kaiserslautern oder Berlin. Liegt es wirklich nur am Trainer, der auf einen setzt?

Wagner: Ja, ich brauche Vertrauen und Spiele von Anfang an in einem guten Team, mehr nicht.

SPORT1: Ein Thema sorgte zuletzt für Gesprächsstoff. Gegen Leverkusen bekamen gleich fünf Spieler eine Gelbe Karte mit Folgen, nahmen billigend in Kauf in München gesperrt zu sein, um gegen Bremen dann spielen zu können. Das wirkte schon sehr abgesprochen. Wie haben Sie das gesehen?

Wagner: Ich habe das ehrlich gesagt erst nach dem Spiel in der Kabine mitbekommen. Es ist nun mal so passiert. Aber es gibt immer Leute, die sich Gedanken über zu viele Sachen machen und einem grundsätzlich Schlechtes unterstellen.

SPORT1: Reizt man in Darmstadt alles aus, um mit limitierten Mitteln die Klasse zu halten?

Wagner: Ich denke, grundsätzlich reizt jeder Verein seine Möglichkeiten aus, um Erfolg zu haben. Das ist doch ganz normal.

SPORT1: Ganz normal ist aber nicht, dass der Rasen am Böllenfall-Tor in keinem guten Zustand ist, oder?

Wagner: Ich finde den Rasen auch katastrophal. Es ist aber lächerlich zu behaupten, dass dieser Platz uns entgegenkommen würde, weil wir technisch so limitiert sein sollen. Da braucht man sich nur mal die Auswärts- und Heimtabelle angucken, um zu erkennen, dass es Quatsch ist. Für den Rasen ist die Stadt zuständig - und ich habe mir schon mal überlegt, ihn selbst austauschen zu lassen (lacht).

SPORT1: Von den Gegnern gibt es den Vorwurf, dass es in Spielen gegen die "Lilien" auf die Knochen gibt, dass sich Darmstadts Spieler eher fallen lassen und eine Spielweise an den Tag legen wie früher Dirk Schuster. Inwieweit ist das beabsichtigt?

Wagner: Das ist doch letztlich ein Kompliment der Gegner, wenn sie sich über irgendwas beschweren, nachdem sie gegen uns nicht gewinnen konnten. Es wäre ja schlimm, wenn sie gern gegen uns spielen würden. Mir ist das ehrlich gesagt auch völlig egal. Ich bin selbstbewusst genug, dass mich letztlich nur Meinungen von wenigen Menschen wirklich interessieren. Ansonsten habe ich ja selbst Ansichten, die ich hier gerade preisgebe.

SPORT1: Bayern hat personelle Probleme in der Abwehr. Ist das ein Hoffnungsschimmer für die "Lilien"?

Wagner: Nein, ich denke nicht, dass es das wesentlich leichter macht. Überspitzt gesagt wird es immer noch enorm schwer, wenn bei Bayern ein Physio mitspielen würde. Fest steht aber ebenso: Wir haben keine Angst und werden uns wehren.

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