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Frankfurt am Main - DFB-Vizepräsident Zimmermann fordert im SPORT1-Interview mehr Respekt für die Schiedsrichter. Schmidt und Völler seien negative Beispiele für die Amateure.

Ronny Zimmermann, als DFB-Vizepräsident zuständig fürs Schiedsrichterwesen, hat in der hitzigen Diskussion um die Spielunterbrechung in Leverkusen am Sonntag mehr Respekt für die Unparteiischen eingefordert.

"Ich glaube, mittlerweile fühlt man sich als Schiedsrichter ein bisschen wie ein Punchingball - egal, was du machst, du bist immer Schuld und kriegst auf die Mütze", sagte Zimmermann im SPORT1-Interview.

Insgesamt habe sich die Situation in der Bundesliga verschärft in den letzten Monaten.

"Früher haben wir auf andere Länder geguckt und gesagt: Gott sei Dank ist es bei uns nicht so. Mittlerweile muss man leider feststellen, dass es auch in Deutschland zunehmend der Fall ist, dass Entscheidungen nicht mehr akzeptiert werden", sagte Zimmermann.

"Wie Sportler miteinander umgehen"

Seine Forderung: "Wir müssen schlichtweg wieder wie Sportler miteinander umgehen."

Im Spiel Bayer gegen BVB hatte Schiedsrichter Felix Zwayer Leverkusens Trainer Roger Schmidt auf die Tribüne verbannt, und, als dieser der Anweisung nicht Folge leistete, das Spiel unterbrochen und beide Teams in die Kabine geschickt. Dafür war er von Seiten Leverkusens scharf kritisiert worden.

"Hier hat ein Schiedsrichter genau gemacht, was im Regelbuch steht", sagte Zimmermann: "Das kann man ihm nicht zum Vorwurf machen."

Zudem könne man den später im Spiel nicht gegebenen Handelfmeter für Leverkusen nicht in Verbindung bringen mit den Szenen zuvor, wie es Schmidt nach dem Spiel indirekt tat. Zimmermann: "Hier dann auch noch Vorsatz zu unterstellen, das geht meines Erachtens gar nicht."

Wutrede mit negativen Auswirkungen

Zudem wirke sich das Verhalten Schmidts wie auch die Wutrede von Bayer-Sportdirektor Rudi Völler negativ auf den Amateurbereich aus.

"Jeder, der sich im großen Schaufenster Bundesliga bewegt, hat eine immense Vorbildfunktion", sagte Zimmermann: "Und dieser muss er sich bewusst sein, egal wie hoch die emotionale Belastung und nervliche Anspannung ist."

Was in Leverkusen passiert sei, habe "ganz, ganz schlechte Auswirkungen nach unten. Richtige Vorbilder wissen das und haben ihre Emotionen im Griff."

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