vergrößernverkleinern
Christian Heidel wechselt am Saisonende vom 1. FSV Mainz 05 zu Schalke 04
Christian Heidel steht vor einem Wechsel vom FSV Mainz 05 zum FC Schalke 04 © Getty Images

München - Christian Heidel will, die Kluboberen wollen, Mainz hat einen Erben in Aussicht - noch allerdings kann ein Gremium die große Manager-Rochade stoppen.

Es ist alles klar mit Christian Heidel und dem FC Schalke 04, eigentlich.

"In Kürze" soll die Entscheidung bekanntgegeben werden, verkündete der Manager des FSV Mainz 05 nach dem 2:1-Sieg seines Noch-Vereins gegen den, der wohl sein zukünftiger sein wird.

Heidel ist sich mit den Schalker Kluboberen einig, dass er zum Saisonende Horst Heldt beerben wird, das ist recht offenkundig und nach SPORT1-Informationen auch gesichert. Die Mainzer sind zudem auch gerade dabei, seine Nachfolge zu regeln: Rouven Schröder hat bei Werder Bremen um seine Freigabe gebeten, er dürfte sie auch bekommen. Heidel könnte damit ruhigen Gewissens raus aus seinem bis 2017 laufenden Vertrag mit Mainz - und wie geplant bis 2020 auf Schalke unterschreiben.

Noch allerdings gibt es eine Kleinigkeit, an der die große Manager-Rochade noch scheitern könnte: das Votum des Schalker Aufsichtsrats.

Tönnies hat Gegenspieler im Aufsichtsrat

Am Wochenende wird das Gremium tagen, sein Vorsitzender Clemens Tönnies muss eine Zwei-Drittel-Mehrheit hinter den Entschluss bekommen, acht von elf Mitgliedern.

Dass er sie bekommt, ist wahrscheinlich, aber nicht selbstverständlich: Im Aufsichtsrat sitzen einige, die tendenziell lieber das wollen, was Tönnies nicht will.

Da ist zum einen der Unternehmer Axel Hefer. Er wurde zwischenzeitlich sogar des Amtes enthoben, weil er sich hinsichtlich der Auslagerung von sportlichen Entscheidungen in einen von Tönnies geleiteten "Eilausschuss" rechtlich beraten ließ. Als das Landgericht die rechtliche Beratung eines Aufsichtsratsmitgliedes als legitim eingestuft hatte, wurde die Suspendierung sofort aufgehoben. 

Zum anderen gelten auch der Mediziner Andreas Horn und Thomas Wiese, Vorstand des Aluminium-Werks Unna, als Tönnies-Gegenspieler. Wenn sie sich gegen Heidel organisieren und einen vierten Mann an ihre Seite bringen, wäre der Deal hinfällig.

Heidel: "Respekt vor den Gremien"

So weit muss es nicht kommen - Tönnies-Kritiker ist schließlich nicht gleich Heidel-Kritiker -, der Umworbene hat aber nicht umsonst stets betont, dass er dem Votum der Aufseher nicht vorgreifen will.

"Respekt vor den Gremien" sei ihm wichtig, erklärte er Ende Januar: "Ein Klub muss mich wollen, ich muss wollen und die beiden Gremien des Klubs müssen wollen. Wenn an allen vier Dingen ein Haken wäre, wäre ein Wechsel möglich. Die vier Häkchen sind nicht da."
Am Wochenende soll das letzte Häkchen gemacht werden.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel