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Hannover 96 stoppt beim VfB seinen Abwärtstrend. Beim ersten Sieg unter Thomas Schaaf hauchen vor allem Kapitän Schulz und Spielmacher Kiyotake den Niedersachsen wieder Leben ein.

Thomas Schaaf riss erleichtert die Arme in die Höhe, lief freudestrahlend auf den Platz und herzte jeden Spieler. Vor allem Matchwinner Christian Schulz durfte sich über eine Extra-Streicheleinheit seines Trainers freuen. Bei Hannover 96 ist nach dem überraschenden 2:1 (1:1) beim VfB Stuttgart die Hoffnung im Abstiegskampf zurück.

"Diese Mannschaft lebt"

Der Ex-Meistertrainer durfte sich im sechsten Anlauf zum ersten Mal über einen Sieg freuen und zeigte sich dementsprechend erleichtert: "Das war heute eine große Aufgabe. Wir haben nie den Glauben verloren. Diese Mannschaft lebt, sie hat sich immer wieder gewehrt und auch gerettet. Deswegen freut es mich umso mehr."

In die gleiche Richtung äußerte sich Christian Schulz, der gegen die Schwaben den zweiten Doppelpack seiner Karriere feiern durfte: "Das ist eine schöne Geschichte. Das war wichtig, dass wir gezeigt haben, dass wir am Leben bleiben wollen. Endlich fahren wir wieder mit einem Erfolgserlebnis nach Hause. Wir sind wieder da", sagte der Kapitän völlig erschöpft, aber überglücklich.

Der 32 Jahre alte Abwehrspieler, der wegen einer Erkältung fast ausgefallen wäre, stoppte mit seinen Toren in der 32. und 83. Minute den Abwärtstrend der Niedersachsen, die zuletzt acht Spiele in Serie verloren hatten. Die Lage für 96 bleibt dennoch prekär, weshalb Schulz vor dem Derby am Dienstag gegen den VfL Wolfsburg "nur von einem ersten Schritt" sprach.

Negativserie durchbrochen

Bei Hannover überwog zunächst die Erleichterung über den ersten Sieg seit dem 4:0 gegen Ingolstadt vor drei Monaten. Es sei "gut für den Kopf, etwas in den Händen zu haben. Das ist ein tolles Gefühl", meinte Zieler.

Vor allem die Rückkehr des lange verletzten Japaners Hiroshi Kiyotake, neben Schulz und Zieler bester Hannoveraner, macht Schaaf Hoffnung. "Er ist ballsicher, er kann unser Spiel in Gang bringen. Die anderen können daran wachsen. Er kann die anderen mitnehmen", unterstrich der 54-Jährige.

96 plant auch bei Abstieg mit Schaaf

So verdrängten die Niedersachsen nach dem fünften Saisonsieg auch die Gedanken an den möglichen dritten Abstieg aus der Bundesliga. Allerdings hatte Sportchef Martin Bader schon vor der Partie beim VfB klar gemacht, dass 96 auf jeden Fall weiter mit Schaaf plant.

"Wir haben uns im Winter ganz klar für Thomas Schaaf entschieden. Er ist genau der Trainer, wie wir uns ihn vorgestellt haben. Wir planen mit ihm aktuell beide Ligen. Wir haben vollstes Vertrauen in Thomas Schaaf", sagte er bei Sky.

Auch VfB-Serie reißt

Vertrauen in den Coach hatte sich zuletzt auch beim VfB ausgezahlt. Doch nach acht Spielen ohne Niederlage erwischte es nun auch das Team von Jürgen Kramny.

Die Gründe lagen für den VfB-Trainer auf der Hand. "Wir haben viel Druck gemacht, viel investiert. Wir waren aber überhaupt nicht effektiv", sagte er kritisch, fügte aber gelassen an: "In Gladbach gibt es die nächste Chance."  

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