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Hamburg - Beim Befreiungsschlag gegen die Borussia avanciert ausgerechnet "Rüpel" Ivo Ilicevic zum Matchwinner des HSV. Auch Artjoms Rudnevs wird vom Aussortierten zum Helden.

Dem Kopfballtor folgte die Kopfnuss: Nach seinem Siegtreffer streckte Ivo Ilicevic erneut einen Mitspieler nieder - doch dieses Mal lachten alle beim Hamburger SV darüber.

"Ich find's gut, wenn man sich selber auf den Arm nehmen kann", kommentierte Trainer Bruno Labbadia bei Sky den kuriosen Jubel des Matchwinners beim befreienden 3:2 (2:1) gegen Borussia Mönchengladbach.

Ilicevic, nach seinem Kopfstoß im Training gegen Michael Gregoritsch vor zehn Tagen zwischenzeitlich suspendiert, machte mit seinem Joker-Tor zum 3:1 (80.) alles wieder gut.

Holtby stiftet Ilicevic an

Lewis Holtby animierte den eingewechselten Kroaten danach in der Jubeltraube, seine Aktion noch einmal zu wiederholen - und ließ sich nach dem angedeuteten Stubs mit der Stirn oscarreif fallen. "Ich hab' ihm gesagt: Gib mir eine Kopfnuss, du kennst dich ja damit aus", erklärte der Mittelfeldspieler nach dem Schlusspfiff lachend.

Beinahe wäre dem Bundesliga-Dino das Lachen allerdings noch vergangen. Nach dem Anschlusstor von Raffael (88.) drängten die Gäste mit aller Macht auf den Ausgleich - vergeblich.

Rudnevs nutzt seine Chance

So durften die Hanseaten aufatmen. Nach sechs Spielen ohne Sieg gelang dem Tabellenelften endlich wieder ein Dreier.

Die Hausherren ließen sich auch vom frühen 0:1-Rückstand durch Fabian Johnson (14.) nicht beirren und drehten noch vor dem Seitenwechsel binnen drei Minuten das Spiel. Erst half dem HSV das Eigentor von Martin Hinteregger (38.) auf die Sprünge, dann markierte ausgerechnet Artjoms Rudnevs (41.) das 2:1.

Der Lette, der anstelle des zuletzt formschwachen Pierre-Michel Lasogga erstmals in dieser Saison in die Startelf gerutscht war, sollte den Verein eigentlich schon mehrfach verlassen.

"In der Mannschaft stimmt es einfach"

Doch der Stürmer scheint seine womöglich letzte Chance nutzen zu wollen.

Labbadia war mit der Leistung des 28-Jährigen zwar sehr zufrieden, betonte aber auch den intakten Teamgeist seiner Truppe: "Wir können nur über die Geschlossenheit erfolgreich sein, wenn jeder wichtig ist. Heute war es Rudi (Rudnevs; Anm. d. Red.), nächste Woche kann es schon wieder ein anderer sein", meinte der Coach.

Deshalb freute sich der 50-Jährige auch umso mehr über Ilicevics starke Reaktion auf seinen Denkzettel aus der Vorwoche. "Ich bin sehr froh, dass er so zurückgekommen ist, das wird ihm Aufwind geben. Wie man an dem witzigen Jubel sieht, stimmt es in der Mannschaft einfach", erklärte er.

Auswärtsschwache Fohlen schieben Frust

Während der HSV noch seine beiden fast schon aussortierten neuen Helden feierte, zeigten sich die Gladbacher ziemlich zerknirscht. "Wir haben das Spiel leider hergeschenkt. Wir haben den Ball zu leicht hergegeben. Das ist extrem ärgerlich", sagte Sportdirektor Max Eberl.

Besonders die eklatante Auswärtsschwäche wird für die Borussia immer mehr zum Problem. Seit vier Spielen wartet man auf fremden Plätzen mittlerweile schon auf einen Dreier und ist dadurch in der Tabelle erstmals seit dem 10. Spieltag wieder aus den internationalen Rängen herausgerutscht.

© SPORT1
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