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FC Schalke 04 v VfL Wolfsburg - Bundesliga
Julian Draxler (M.) kehrte erstmals seit seiner neuen Mannschaft nach Schalke zurück © Getty Images

Gelsenkirchen - Der Horror hört für Draxler bei seiner Rückkehr mit Schlusspfiff nicht auf. Nach einem furchtbaren Spiel bleibt er als einziger Wolfsburger noch ewig in der Arena gefangen.

Es lief einfach nicht für Julian Draxler: Während des Spiels, und auch danach nicht.

Erst um 18:51 Uhr kam der Zehner des VfL Wolfsburg von der Dopingprobe. Die 90-minütige Extraschicht nach Spielschluss passte zum gebrauchten Tag für den Ex-Schalker. Noch dazu verpasste er deshalb die Abfahrt des Mannschaftsbusses und fuhr mit dem Wolfsburger Mannschaftsarzt zurück.

Die Rückkehr nach Gelsenkirchen war für den 22-Jährigen alles andere als ein Vergnügen. Die Pfiffe waren dem verlorenen Knappen gewiss, bei jeder Aktion.

Draxler taucht ab

"Das kann man nicht ausblenden. Es ist nicht schön, wenn man in Anführungsstrichen nach Hause kommt und so ausgepfiffen wird", sagte Draxler, als seine Kollegen längst wieder auf der A2 in Richtung Autostadt unterwegs waren.

"Dass Unmut da ist, da verstehe ich die Fans", meinte Draxler zu SPORT1. "Generell fand ich aber, es war im Rahmen." Die Verunsicherung war dem Nationalspieler dennoch deutlich anzumerken. Der von einem Grippevirus genesene Draxler kam nicht in die Zweikämpfe, hatte wenig gute Aktionen.

Spötter meinten hinterher, Draxler habe gespielt wie man es auf Schalke kennt: Er sei einfach abgetaucht.

"Brauchen uns nichts einzubilden"

"Ich wusste, was auch mich zukommt", sagte Draxler. "Das Spiel war natürlich bescheiden, da brauchen wir uns nichts drauf einzubilden", meinte er nach dem deutlichen 0:3 gegen den direkten Konkurrenten um einen internationalen Wettbewerb.

Dass die drei Punkte in Gelsenkirchen blieben, daran hatte nicht zuletzt Draxler seinen Anteil. Unmittelbar vor dem 1:0 schloss er ganz schwach ab, im Gegenzug traf Klaas-Jan Huntelaar zur Führung.

Beim 2:0 traf Schalkes Johannes Geis aus 16 Metern per direktem Freistoß über die Mauer. Der Kopf, über den er den Ball hinweg ins Netz zirkelte, war der von Julian Draxler.

Sinnbild der Wolfsburger Krise

Der Mittelfeldspieler personifiziert zurzeit den Wolfsburger Absturz. Seit sieben Spielen wartet der Vizemeister auf einen Sieg in der Liga. Als möglicher De-Bruyne-Ersatz für 36 Millionen Euro geholt, kann Draxler die Erwartungen nicht erfüllen. So wie zurzeit die gesamte VfL-Elf.

Dass Draxler seine Rückkehr überstanden hat, schien ihn befreit zu haben. "Alles in allem habe ich das jetzt hinter mich gebracht. Ich hätte mir natürlich ein besseres Spiel gewünscht", sagte Draxler.

Horst Heldt als sein ehemaliger Manager hatte er "kein Mitleid". Allerdings fühlte Heldt doch ein bisschen mit, als er zu Draxlers nächster Rückkehr meinte: "Jetzt hat er ja wieder ein Jahr Zeit."

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