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Thomas Berthold (l.) sieht den FC Bayern gegen Juventus Turin gefordert
Thomas Berthold (l.) sieht den FC Bayern gegen Juventus Turin gefordert © SPORT1 / Getty Images

Personalprobleme in der Defensive und viel Potenzial nach vorne: SPORT1-Experte Thomas Berthold sieht vor dem Achtelfinale durchaus Parallelen zwischen Juventus Turin und dem FC Bayern.

Hallo Fußball-Fans,

in der Bundesliga ist der FC Bayern im Jahr 2016 noch ungeschlagen. Am Dienstag ist die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola nun im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Juventus Turin gefordert und gewissermaßen begegnet man sich dort durchaus auf Augenhöhe.

Die "Alte Dame" hat momentan nämlich das gleiche Problem wie die Münchner - eine von vielen Ausfällen geschwächte Abwehr.

Dafür wird es bei Juve wie beim FCB auch von der Qualität her nach vorne hin immer besser.

Man muss gegen Turin ganz besonders aufpassen und 90 Minuten hellwach sein, denn die Offensive um Paulo Dybala und Co. ist wirklich brutal schnell.

Trotzdem ist klar: Wollen die Bayern in diesem Jahr endlich wieder die Champions League gewinnen, muss die Hürde Juventus einfach gemeistert werden.

Der Grundstein dafür wird schon im Hinspiel gelegt: Die Münchner müssen in Italien unbedingt selbst ein Tor erzielen, dann sieht es schon mal gut aus.

Es gilt, Juventus dauerhaft in der Defensive zu beschäftigen - denn wenn die Turiner selbst ins Rollen kommen, haben sie viel zu viel Qualität.

Und dann wird es eng für die dezimierte FCB-Abwehr, in der Serdar Tasci für seinen Coach offenbar noch keine echte Alternative ist.

Beim 3:1 über den SV Darmstadt 98 hat der Winter-Neuzugang am Samstag ein eher durchwachsenes Debüt für die Bayern gefeiert und wurde schon nach 53 Minuten ausgewechselt.

Von einer Höchststrafe für den ehemaligen Nationalspieler würde ich dennoch nicht sprechen. Guardiola weiß, welche hochkarätigen Optionen er noch auf der Bank hat und es ist daher auch legitim, auszuwechseln.

Tasci kommt außerdem aus einer langen Winterpause und man muss ihn darum nicht auf Teufel komm' raus gleich im ersten Spiel durchspielen lassen.

Das sind allerdings alles Luxusprobleme. Mein Ex-Klub Eintracht Frankfurt hat aktuell ganz andere Sorgen.

Mir fehlt es dort in allen Bereich an Tempo, Qualität und einer klaren Spielidee. Das Resultat ist Rang 14 nach 22 Spieltagen.

Der Anspruch des Vereins und der Anhänger ist aber eigentlich ein ganz anderer.

Dabei hat der damalige Trainer Thomas Schaaf in der vergangenen Saison in meinen Augen gute Arbeit geleistet, ist jedoch "nur" Neunter geworden.

Dann ist er nach internen Unstimmigkeiten nach nur einem Jahr von sich aus wieder gegangen, was mich schon sehr gewundert hat.

Armin Veh ist daraufhin zurückkehrt und steckt nun mitten im Abstiegssumpf fest. Er hat durchaus seinen Anteil daran und kommt in der öffentlichen Wahrnehmung nach meiner Einschätzung noch viel zu gut weg.

Bis demnächst,

Euer Thomas Berthold

Ex-Nationalspieler Thomas Berthold ist als Experte im Volkswagen Doppelpass tätig und wechselt sich in dieser Saison bei der sonntäglichen Doppelpass-Kolumne mit Thomas Strunz ab.

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