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SPORT1-Onlinechef Martin Volkmar bewertet die Strafe für Roger Schmidt © SPORT1-Grafik: Imago

München - Leverkusens Trainer Roger Schmidt darf seine Mannschaft in den kommenden drei Spielen nicht im Stadion-Innenraum betreuen. SPORT1-Onlinechef Martin Volkmar bewertet das Urteil.

Die Sperre von fünf Spielen gegen Roger Schmidt ist hart, aber nicht zu hart - schließlich sind zwei Partien zur Bewährung bis Juni 2017 ausgesetzt.

Bedeutet: Der Trainer von Bayer Leverkusen muss sich in den nächsten eineinhalb Jahren deutlich zurückhalten, was vermutlich seiner Mannschaft und auch ihm gut tun dürfte.

Aktuell bleiben also drei Begegnungen, in denen Schmidt die Werkself nicht coachen darf. Angesichts der Tatsache, dass er mit seiner Sturheit gegenüber Felix Zwayer zumindest einen zeitweisen Spielabbruch provoziert hat, in meinen Augen ein völlig angemessenes Strafmaß.

Schließlich hat der DFB dem nachvollziehbaren Reflex widerstanden, an Schmidt ein drastisches Exempel zu statuieren. Duisburgs damaliger Trainer Norbert Meier beispielsweise wurde für seinen Nahkampf mit Albert Streit und anschließender "Schwalbe" Ende 2005 für zwölf Wochen gesperrt.

Gleichwohl hat das Sportgericht mit seinem Urteil aber klar gemacht, dass Schmidt am Sonntag als Vorbild für hunderttausende von Amateurtrainern kläglich versagt hat. Sein Signal, dass man sich Schiedsrichterentscheidungen sogar auf Kosten eines Spielabbruchs widersetzen kann, durfte nicht ungestraft bleiben.

Ohnehin können die Bundesliga-Referees aktuell jede Rückendeckung gebrauchen, denn nach teilweise wenig überzeugenden Vorstellungen in dieser Saison stehen sie vermehrt in der Kritik. Und falsche Entscheidungen müssen auch weiterhin klar angesprochen werden, ohne allerdings durch Sturheit gleich wie Schmidt für einen Eklat zu sorgen.

Wobei Felix Zwayer die Eskalation mit mehr Souveränität und einer letzten Warnung ebenfalls hätte verhindern können. Das ändert aber nichts an Schmidts Fehlverhalten, für das er nun die gerechte Quittung bekommen hat.

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