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Frankfurt am Main - Ben-Hatira ist mit seinem Wechsel nach Frankfurt offenbar einem Rauswurf in Berlin zuvorgekommen. Zuvor gab es eine handfeste Auseinandersetzung mit einem Teamkollegen.

Der neue "Bad Boy" zeigte sich ganz reumütig - dafür teilte plötzlich sein Trainer kräftig aus.

"Es langt jetzt dann auch, ich möchte das abbrechen", sagte Armin Veh bei der Vorstellung von Änis Ben-Hatira bei Eintracht Frankfurt entnervt - und beendete kurzum die Pressekonferenz, bei der es eigentlich nur um ein Thema ging:

Ben-Hatiras unrühmlichen Abgang bei Hertha BSC, mit dem er offenbar einem Rauswurf zuvor gekommen war.

"Ich habe mich entschuldigt"

"Ich habe etwas getan, was nicht in Ordnung war und nicht mehr zu korrigieren ist", sagte der 27-Jährige zu der handfesten Auseinandersetzung mit seinem Ex-Mannschaftskollegen Mitchell Weiser (21), der allem Anschein nach an Veilchen als Erinnerung daran mitnahm.

"Ich habe mich entschuldigt. Mehr will ich dazu eigentlich gar nicht sagen", meinte Ben-Hatira.  

Der vermeintliche Rausschmiss aus der Hauptstadt sprach allerdings für sich. Der fragliche Zwischenfall hatte sich laut Bild-Zeitung im Hertha-Mannschaftsbus bei der Rückfahrt nach dem Spiel bei Werder Bremen am vergangenen Wochenende (3:3) ereignet.

Demnach habe sich eine Diskussion zwischen den beiden Profis so weit hochgeschaukelt, dass sie zu einer Rangelei kam. Trainer Pal Dardai soll erst in Berlin von dem Vorfall erfahren haben. Am Sonntag habe er das Thema vor dem Auslaufen im Kreise der Mannschaft besprochen worden.

"Fairness, Anstand und Respekt"

Die Hertha zog laut Stellungnahme des Vereins "die entsprechenden Konsequenzen, denn Fairness, Anstand, Respekt und Teamgeist gehören bei uns zu den wichtigsten Grundsätzen". Die Entscheidung der Trennung sei nach Gesprächen zwischen der sportlichen Führung und des achtköpfigen Mannschaftsrats gefallen.

Und die Eintracht griff sofort und unmittelbar vor dem Ende der Transferperiode zu.     

Hübner stellt sich hinter Ben-Hatira

"Änis Ben-Hatira und sein Berater haben uns aufgeklärt, dass es zu einer Rauferei gekommen ist", sagte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner, der Ben-Hatira aus gemeinsamer Duisburger Zeit kennt.

"Jeder, der mal Fußball gespielt hat, weiß, dass das mal vorkommen kann. Änis hat sich entschuldigt. Wir wissen um seinen Charakter, und dass es eine Ausnahmesituation war." Jeder Verein müsse solch eine Situation "für sich bewerten", sagte Hübner: "Wir haben die Chance wahrgenommen."    

Dankbarer Neuzugang

Ben-Hatira war dafür sehr dankbar. "Es ist leider passiert, und ich kann es nicht mehr ändern. Aber es wird von meiner Seite nicht mehr vorkommen", sagte er:

"Ich hätte natürlich auch die Möglichkeit gehabt, bei der Hertha zu bleiben. Aber die Chance in Frankfurt hat sich ergeben, das war für mich ein großes Glück, das ich wahrnehmen durfte."

Die Nachfragen zu seinen Zielen - Ben-Hatiras Vertrag läuft nur bis zum Ende der laufenden Saison - unterbrach dann Veh.

Baumjohann scherzt

Die Vorstellung von Ben-Hatria und dem ebenfalls aus Berlin verpflichteten Yanni Regäsel (20) dauerte knapp 21 Minuten. "Ich will, dass die Jungs jetzt hoch gehen", sagte Veh - und stand auf.

Die Berliner nahmen den Vorfall dagegen am Tag danach wieder mit Humor. Auf dem Weg zum Training nahm Alexander Baumjohann Weiser unter den Arm und sagte zu einem Journalisten: "Vorsicht, schlagt ihn nicht."

Dardai selbst meinte nur kurz: "Der Teamgeist ist bei uns heilig. Damit ist nun der Deckel auf der Geschichte."

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