Video

München - Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler macht sich im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 für das Hilfsmittel stark. Ex-Schiedsrichter Bernd Heynemann meldet Bedenken an.

Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hat sich im Volkswagen Doppelpass für die Einführung des Videobeweises in der Bundesliga ausgesprochen.

"Unabhängig davon, ob man selbst betroffen ist oder nicht, glaube ich, dass die Zukunft beim Videobeweis liegt", sagte der 55-Jährige.

Allerdings sei die Technik kein Allheilmittel: "Es gibt beim Videobeweis nicht die absolute Wahrheit. Man muss die Unterbrechungen auf ein Minimum reduzieren, sonst macht man ein Fußballspiel kaputt", ergänzte der ehemalige Nationalspieler.

Heynemann meldet Bedenken an

Der frühere FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann teilt diese Bedenken: "Wenn der Geist des Spieles im Ü-Wagen sitzt, weiß ich nicht, was wir dann machen."

Der 62-Jährige weiter: "Der Videobeweis untergräbt die Autorität des Schiedsrichters auf dem Platz. Die Spieler wissen, dass die wichtigsten Entscheidungen im Übertragungswagen getroffen werden. Da brauchen wir gar keinen Schiedsrichter mehr."

Jens Keller sieht derweil vor allem den Spielfluss in Gefahr: "Der Videobeweis wird zum taktischen Mittel. Trainer werden ihn einsetzen um das Spiel zu unterbrechen", erklärte der ehemalige Trainer von Schalke 04.

"Das Spiel ist einfach schneller geworden"

Auch wenn über die Art der Umsetzung deshalb noch Unklarheit herrscht, ist sich Völler sicher, "dass es in der nächsten Zeit Veränderungen geben wird".

Das Spiel sei insgesamt "einfach schneller geworden. Es wird immer schwerer für die Schiedsrichter hinterher zu kommen", meinte der Weltmeister von 1990.

Vor allem bei möglicherweise entscheidenden Szenen wie Handspielen brauche man daher dringend den Videobeweis.

Völler will keine Diskussionen mit Spielern

Von Diskussionen der Unparteiischen mit den Spielern hält Völler dagegen gar nichts: "Ich bin ein totaler Gegner davon, dass ein Schiedsrichter die Spieler fragt, ob Sie einen Regelverstoß begangen haben."

Bayer selbst profitierte am Samstag davon, dass den Schiedsrichtern der Videobeweis derzeit noch nicht zur Verfügung steht. Im Angriff kurz vor dem 1:1-Ausgleichstreffer beim 2:1 der Werkself beim SV Darmstadt 98 stand Leverkusens Admir Mehmedi knapp im Abseits.

Schiedsrichter Dr. Jochen Drees ließ das Spiel allerdings weiterlaufen und sprach dem Schweizer kurz darauf einen Freistoß zu. Diesen steuerte schließlich Lilien-Kapitän Aytac Sulu per Kopf unglücklich ins eigene Netz.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel