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Wolfsburg - Vor dem Wiedersehen mit Julian Draxler heizt Andre Breitenreiter den Wirbel um den Ex-Schalker an. Auch Wolfsburgs Dieter Hecking spricht auf SPORT1 über die Brisanz.

Von Christian Paschwitz und Oliver Mättig

Vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg und dem Wiedersehen mit Schalkes Ex-Spieler Julian Draxler (Sa., ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) hat S04-Coach Andre Breitenreiter die ohnehin angespannte Atmosphäre noch einmal zusätzlich angeheizt.

"Julian ist ein Schalker Junge. Ich hoffe, dass die Stimmung im Rahmen bleibt", sagte Breitenreiter, meinte jedoch auch: "Wir müssen Verständnis aufbringen für unsere Fans, weil Julian lange für Schalke gespielt und dem Verein viele schöne Momente beschert hat."

Nationalspieler Draxler hatte zuvor zugegeben, dass er einen Spießrutenlauf in der Schalke-Arena erwartet: "Ich bin auf das Schlimmste vorbereitet. Von den 60.000 Zuschauern werden 55.000 gegen mich sein."

Der 22-Jährige war im Sommer für rund 36 Millionen Euro zum Werksklub gewechselt, zuvor hatte er seit seinem achten Lebensjahr das königsblaue Trikot getragen.

Schalker Anhang nachtragend

Viele Schalker Fans haben ihrem langjährigen Idol den Wechsel zum Werksklub nicht verziehen.

Dass Draxler durch seinen Weggang auf Schalke eine personelle Lücke gerissen hat, wollte Breitenreiter nicht mehr weiter kommentieren: "Wir konzentrieren uns nur auf unseren Kader."

"Es wird kein einfaches Spiel für ihn", so der S04-Coach. "Es wird sich zeigen, wie er am Samstag mit dem Druck umgeht. Wir spielen aber gegen den VfL Wolfsburg, nicht gegen Julian Draxler."

Womöglich fällt die Rückkehr nach Gelsenkirchen für Draxler aber auch aus. Den Weltmeister plagt ein Grippe-Virus. Wolfsburg Der Klub wollte aber nicht bestätigen, dass der Einsatz des 22-Jährigen gefährdet ist.

Grippevirus setzt Draxler zu

Unabhängig davon erklärte VfL-Coach Dieter Hecking bei SPORT1: "Im Moment ist das Spiel noch keine große Belastung für ihn. Erst kurz vor Anpfiff geht das los. Er hat für Schalke alles getan, er ist noch immer verbunden zum Verein."

Logischerweise gebe es nun negative Emotionen der früheren Anhänger, "aber so wie ich Julian kenne, wird er damit umgehen können", so Hecking. "Lasst uns abwarten was passiert. Julian ist fokussiert."

Ohnehin fühle sich Draxler in Wolfsburg "sehr wohl", ergänzte der Fußballlehrer. "Klar hat bis jetzt noch nicht alles funktioniert."

Trotzdem deute er im Training "immer wieder sein großes Talent an und arbeitet an sich Er selbst hat einen sehr hohen Anspruch an sich selbst."

Irritationen Nach Fitness-Aussagen

Vom Tisch sind dem Vernehmen nach damit auch die Anspannungen zwischen Draxler und Hecking aus der Winterpause, als der  Mittelfeldmann wegen mangelnder Fitness zu zusätzlichen Laufeinheiten verdonnert worden war.

Draxler hatte seine Defizite daraufhin mit irritierenden Worten gerechtfertigt und damit indirekt auch seinen früheren Arbeitgeber bloßgestellt.

Er habe es bei seinen Läufen im Urlaub in Miami "mit dem Ein- und Auslaufen nicht so genau genommen", so der 22-Jährige.

Und weiter:  Mir war nicht bewusst, dass das auch zu hundert Prozent zur Trainingssteuerung gehört. Auf Schalke wurde darauf nicht so genau geachtet. Da bin ich irgendwie immer so durchgerutscht."

So einfach durchrutschen wird Draxler bei der Konfrontation mit den Schalker Fans nun wohl eher nicht.      

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