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Der FC Bayern demonstriert nach der Unruhe Geschlossenheit. Dafür bangt der Rekordmeister vor den richtungsweisenden Wochen um den nächsten Leistungsträger.

Arturo Vidal schaute skeptisch ins Nirgendwo. Dem Chilenen waren die Schmerzen deutlich anzusehen, als er langsam durch die Mixed Zone humpelte.

Erst der Wirbel um seine angeblichen Alkohol-Eskapaden, dann eine überschaubare Leistung beim 0:0 bei Bayer Leverkusen und am Ende auch noch das Knie. Es war sowieso schon nicht die Woche des 28-Jährigen. Immerhin gab der FC Bayernam Sonntag Entwarnung.

Vidal wäre nach Medhi Benatia, Jerome Boateng, Javi Martinez, Neuzugang Serdar Tasci, Mario Götze und Franck Ribery der siebte namhafte Ausfall gewesen.

Hinzu kommt, dass Xabi Alonso nach seiner Gelb-Roten Karte in Leverkusen für das Derby am kommenden Sonntag beim FC Augsburg gesperrt ist.

Die nächsten intensiven Wochen haben es ohnehin in sich, sind richtungsweisend mit dem DFB-Pokal-Viertelfinale und dem Achtelfinale in der Champions League gegen Juventus Turin. Auch die Bayern können einen solche Ansammlung an Ausfällen kaum kompensieren.  (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

Gelebter Teamgedanke

Es fiel deutlich auf, wie sehr die Bayern den Teamgedanken bemühten und demonstrierten. Nach der in den vergangenen Tagen gewachsenen Unruhe mit dem bekannt gewordenen Wechsel von Guardiola nach Manchester, dem unbekannten Maulwurf und der Vidal-Affäre wirkte es wie gelebte Solidarität, ein eindringlich betonter Zusammenhalt gegen die störenden Einflüsse von außen. Durchaus mit Erfolg, auch wenn das Remis aus sportlicher Sicht sicher kein Leckerbissen war.

Lässt die aus Sicht der Bayern konstruierte Unruhe die Mannschaft vielleicht sogar noch näher zusammenrücken, wie Sportvorstand Matthias Sammer erklärte? "Das weiß ich nicht. Wenn der Erfolg kommt, wird es automatisch so sein. Wenn die wichtigen Spiele kommen, brauchen wir eine Truppe. Da kann es sicherlich sein, dass es weiter zusammenwächst. Aber wenn es wichtig wird, können wir das noch steigern", sagte Holger Badstuber.

Sonderlob für Kimmich

Mut machte Trainer Pep Guardiola seine aus der Not geborene, improvisierte Innenverteidigung mit Badstuber und Joshua Kimmich. Der gelernte Sechser machte in Leverkusen wie schon zuvor in Hoffenheim ein solides Spiel. Immerhin war es erst sein zweiter Einsatz auf dieser Position. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

"Er hat den starken Bayer-Stürmern Stefan Kießling und Chicharito, der zuletzt viele Tore erzielt hat, keine Torchance gestattet", sagte Guardiola. Kimmich habe "super gespielt, großes Kompliment".

Kimmichs Pendant in der Innenverteidigung lobte seinen Nebenmann ebenfalls. "Joshua macht das ordentlich, aber wir sind ein Team. Und wenn das Team insgesamt gut verteidigt, tun wir uns auch leichter", sagte Holger Badstuber. "Wir verteidigen als Mannschaft und sind nicht auf Einzelleistungen unserer Innenverteidiger angewiesen. Das ist zumindest der Plan", sagte dann auch Thomas Müller. (DATENCENTER: Tabelle)

Versuch, den FC Bayern zu ärgern

Müller kennt als Ur-Bayer nicht nur das Geschäft, sondern auch das Bohei rund um die Säbener Straße. Ihn nervt es deshalb "nur", wenn gegen einzelne Spieler geschossen wird. "Natürlich wird im Moment etwas konstruiert, weil durch den Trainerwechsel auch etwas Unruhe da ist. Dann wird versucht, den FC Bayern etwas zu ärgern", sagte Müller, der selbst eine Stunde lang auf der Bank saß.

Der Weltmeister betonte aber mehrfach, dass die Reservistenrolle kein Problem sei. "Wenn wir 16, 17 Spieler haben, dann gibt es immer unangenehme Entscheidungen vom Trainer. Wir sind als Team erfolgreich", so Müller.

Gelebte Solidarität eben.

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