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Thomas Tuchel liegt mit dem BVB nur noch fünf Punkte hinter den Bayern © Imago

Darmstadt - Dortmunds Trainer macht alles richtig und schont in Darmstadt einige Stars für das Duell mit dem FC Bayern München. Der BVB ist heiß auf den Showdown und träumt vom Titel.

Es würde sich ja anbieten, dass Thomas Tuchel die nächsten Tage die Telefonnummer von Martin Schmidt wählt.

Zum einen könnte der Trainer von Borussia Dortmund dem aus Mainzer Zeiten bestens vertrauten Kollegen gratulieren für den Erfolg gegen die Bayern, zum anderen könnte er noch einmal über taktische Kniffe debattieren, wie die Münchner am besten aufs Kreuz zu legen sind.

Wird Tuchel aber nicht tun. "Ich nehme keinen Kontakt zu Martin auf", sagte der BVB-Coach nach dem schwer erkämpften 2:0 beim SV Darmstadt 98 auf SPORT1-Nachfrage, "wir spielen schließlich auch noch gegen Mainz."

"Die Konstellation, die wir uns gewünscht haben"

Überdies scheint der listige Fußballlehrer längst seinen ganz persönlichen Geheimplan ausgeheckt zu haben, wie der Tabellenführer am Samstagabend im ultimativen Topspiel zu bezwingen ist. (DATENCENTER: Die Tabelle)

"Es ist toll, mit fünf Punkten Rückstand in dieses direkte Duell zu gehen", sagte der 42-Jährige direkt nach Spielschluss: "Es ist die Konstellation, die wir uns gewünscht haben."

Aus den Generalproben gehen die Schwarz-Gelben schon mal als klarer Punktsieger hervor. Während der FC Bayern eben gegen Tuchels Ex-Klub Mainz gepatzt hat, entledigte sich Dortmund der unangenehmen Pflichtaufgabe in Darmstadt "seriös, aufmerksam und fokussiert", wie der Trainer herausstellte: "Die Mannschaft hatte eine große Lust auf diese Teamleistung. Mehr war unter diesen Bedingungen nicht herauszuholen."

Die Highlighs der Partie am Donnerstag ab 19.15 Uhr in "Bundesliga - Der Spieltag" im TV auf SPORT1.

BVB-Trio bleibt Acker in Darmstadt erspart

Trotz eines kaum bundesligareifen Untergrunds, für sich Darmstadts Trainer Dirk Schuster sogar eigens entschuldigte ("Mir ist das peinlich"), nahm Dortmund die Umstände ohne Wehklagen an. "Das war irgendwie nach vorne bolzen, in den Zweikampf gehen, ausrutschen und weiter laufen", beschrieb Verteidiger Neven Subotic das eigenartige Spiel.

Erstaunlich wie reibungslos trotz der Rochaden der Favorit über die Runden kam. Tuchel ließ den kranken Torwart Roman Bürki und den belasteten Topstar Marco Reus ("Es war der ideale Zeitpunkt, ihm eine Pause zu geben") gleich ganz daheim, bei Lukasz Piszczek ("Da wollten wir Vorsicht walten lassen") wurde am Spieltag die Schonung verordnet. Alle drei sollen gegen Bayern wieder spielen.

Nicht nur Mkhitaryan heiß auf Titel

Geschadet haben die vielen Wechsel nicht. Im Gegenteil: Roman Weidenfeller zeigte zwischen den Pfosten eine reife Leistung. Mit Adrian Ramos (38.) und Erik Durm (53.) trugen sich zwei Reservisten in die Torschützenliste ein - und fühlen sich nun wieder ein Stück mehr zugehörig. Besser hätte es für die Westfalen kaum laufen können.

Im Endeffekt haben die Borussen damit alles richtig gemacht: Sie gehen ausgeruht wie selbstbewusst in den Evergreen.

"Ich will Titel gewinnen", hatte der erst spät eingewechselte Henrikh Mkhitaryan schon unter der Woche via Sportbild verkündet und damit nicht nur den DFB-Pokal gemeint.

"Wir spüren große Energie und Vorfreude, unsere beste Leistung abzurufen", kündigte Tuchel nun an: "Der Ball liegt bei uns. Der Vorsprung ist geschmolzen. Dadurch hat sich die Ausgangslage verschoben. Jetzt freuen wir uns noch einen Tick mehr."

Tuchels starke Bilanz gegen Bayern

Ihm hat es schon in Mainzer Zeiten einen Riesenspaß gemacht, die Bayern zu ärgern. Mitunter wendete Tuchel während einer Partie  verschiedene Grundformationen an und brachte die Münchner ernsthaft Bedrängnis.

Insgesamt stürzte Tuchel mit seinen Mainzern in fünf Spielzeiten die Bayern sogar dreimal: gleich zu Beginn seiner Trainerkarriere am dritten Spieltag der Saison 2009/2010 (2:1-Heimsieg), am sechsten Spieltag der Serie 2010/2011 (2:1-Auswärtssieg) und am 14. Spieltag der Spielzeit 2011/2012 (3:2-Heimsieg).

Jedesmal hatte er sich einen ganz eigenen maßgeschneiderten Matchplan ausgedacht. Sicher auch diesmal.

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