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Pep Guardiola verlässt den FC Bayern München am Saisonende Richtung Manchester City
Pep Guardiola verlässt den FC Bayern München am Saisonende in Richtung Manchester City © Getty Images

München - Pep Guardiola arbeitet am freien Tag für Manchester City vor. Kein Problem, behauptet FC-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Ganz so einfach ist es aber wohl nicht.

"Bei mir kann jeder machen, was er will."

Helge Schneiders legendärer Satz wird Kennern des großen Komikers unweigerlich in den Sinn kommen, wenn er die jüngsten Interview-Äußerungen von Karl-Heinz Rummenigge liest.

Und wie er da in Richtung von Pep Guardiola sagt: "Und was er an seinem freien Tag macht, ist seine Angelegenheit."

"Überhaupt kein Problem"

An seinem freien Tag, es hat sich herumgesprochen, traf sich der Trainer des FC Bayern München am Montag in Amsterdam mit den künftigen Kollegen von Manchester City, sowie auch mit Ilhan Gündogan, Onkel und Berater des von City heiß umworbenen Ilkay Gündogan.

Es ist belegt durch Fotos, auf denen Guardiola mit Wollmütze und Rucksack wie immer sehr schick aussieht, die aber dennoch Fragen aufwarfen.

Darf er das, so offen schon Dienst für den Arbeitgeber der Zukunft zu verrichten, während beim Arbeitgeber der Gegenwart auch noch eine Menge zu tun ist? Und schlimmer noch: Darf er sich dabei auch noch erwischen lassen?

Alles "völlig in Ordnung und legitim" und "überhaupt kein Problem", versichert Vorstandschef Rummenigge in der Bild: "Pep Guardiola leistet bei uns jeden Tag nach wie vor hervorragende Arbeit. Intensiv und total konzentriert wie seit dem ersten Tag. Und was er an seinem freien Tag macht, ist seine Angelegenheit."

Und: "Es wäre naiv anzunehmen, dass er damit erst nach dem 30. Juni beginnt."

Funkstille zwischen Guardiola und Rummenigge?

Wäre es ja auch. Und dennoch: Rummenigges Aussagen sind letztlich vor allem professionelle Schadensbegrenzung. Denn allem Anschein nach ist die Beziehung zwischen Guardiola und den Bayern-Oberen derzeit durchaus etwas problembeladen.

"Funkstille" herrsche aktuell zwischen Guardiola und Rummenigge, sagt ein Insider SPORT1, beide hätten seit Wochen nicht miteinander gesprochen.

Von gegenseitiger Entfremdung ist die Rede, seit klar ist, dass Guardiola mit den Bayern nur eine Ehe auf Zeit eingegangen ist - eine Ehe, die anscheinend nur noch eine Zweckverbindung ist.

An sich keine schlimme Sache, solche Ehen können ja auch zu beiderseitigem Nutzen funktionieren. Nur haben Episoden wie Guardiolas öffentlich gewordene Rucksack-Tour nach Amsterdam das Potenzial, den Zweck der Verbindung zu gefährden.

Ohne die übliche Diskretion

Dass Guardiola sich einem direkten Konkurrenten im Kampf um die Champions League verpflichtet hat, ist heikel genug.

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Dass er ohne die sonst branchenübliche Diskretion Parallel-Arbeit für beide Klubs betreibt ("Ich bin wie eine Frau. Ich kann in allen Situationen denken"), kann zusätzliche Unruhe ins Umfeld und auch in die Mannschaft tragen.

Zumal es bei den Spielern nicht so ist, dass es ihre Angelegenheit ist, was sie an ihren freien Tagen machen.

Erst vor kurzem wurde ihnen mitgeteilt, dass sie dem Klub drei (statt zuvor zwei) Tage vorher mitteilen müssen, wenn sie die Stadt verlassen. Bei Bayern kann eben nicht jeder machen, was er will.

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