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München - Pep Guardiola fängt noch lange nicht an zu quaken, Joshua Kimmich ist auch für die ganz harten Jungs gewappnet und Dortmund krallt sich an den Bayern fest. Was uns der Gipfel bringt.

Ein jeder macht für gewöhnlich aus einem 0:0, was er will, die Deutungsmöglichkeiten sind vielfältig.

SPORT1 zeigt, was vom Spitzenspiel in Dortmund übrig bleibt.

Tuchel bringt BVB wieder ran

Eine arg vereinfachte Rechnung: Nach dem Gipfel am Samstagabend liegt Borussia Dortmund auf Platz zwei fünf Punkte hinter dem FC Bayern, nach 25 Spieltagen vor einem Jahr trennten beide Mannschaften noch 34 Punkte - bedeutet, der BVB ist heute viel, viel weiter als damals.

Stimmt, und doch ist die Sache natürlich komplizierter. Thomas Tuchel stellt mit seiner akribischen Arbeit vor allem sicher, dass die vergangene Saison aus Dortmunder Sicht ein Ausrutscher bleibt.

Lob kam aus berufenem Munde: Bayerns Trainer Pep Guardiola sah ein "neues Dortmund", spielerisch wie taktisch.

Guardiolas Feuer ist noch lange nicht aus

Sein lebhafter Auftritt im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals in Turin und sein Streitgespräch mit Joshua Kimmich noch auf dem Platz in Dortmund widerlegen fürs Erste jene, die Guardiola als lahme Ente sehen.

Bayerns Trainer weiß sehr wohl, was in seinen letzten Monaten in München auf dem Spiel steht. Von Gedanken an Manchester City lässt er sich offensichtlich nicht ablenken.

Bis zum letzten Tag wird Guardiola alles aus seinen Spielern herausholen, die er in den Jahren bei den Bayern liebgewonnen hat.

Mit den Journalisten und Teilen der Fans wird er sich nicht mehr anfreunden; doch das spielt für ihn keine Rolle, solange er Spieler wie Kimmich formen darf. Seine größte berufliche Freude.

Kimmich ist einer für Löw

Dessen Wert wurde Guardiola in den letzten Wochen so richtig klar, als Bayerns Innenverteidiger einer nach dem anderen ausfielen.

Guardiola hebt Kimmich mittlerweile verbal fast auf eine Stufe mit David Alaba, derart multifunktional ist der 21-Jährige. In den Nuancen des Pep-super-super-super-Diskurses ist herauszuhören: Da hat sich ein Trainer tatsächlich in einen Spieler verguckt.

Auch der verletzte Jerome Boateng traut Kimmich alles zu. Wäre er Bundestrainer, würde er den Kollegen nominieren. Auch SPORT1 sieht Kimmich mindestens im erweiterten Kader für die Europameisterschaft.

Spielt er so weiter, wird sich Joachim Löw kaum noch wehren können. Will er vermutlich auch gar nicht, ist Kimmich doch ein Spieler ganz nach seinem Geschmack.

Götze braucht etwas Neues

Entweder den neuen Trainer Carlo Ancelotti oder einen neuen Verein. Sein großes Problem: In beiden Fällen ist Besserung nicht garantiert.

In Dortmund saß er zum fünften Mal in Folge für 90 Minuten auf der Bank. Götzes letztes Pflichtspiel ist über fünf Monate her. Unwahrscheinlich, dass er unter Guardiola nochmal eine entscheidende Rolle beim FC Bayern einnimmt.

Vor einer ähnlichen Situation stand er in München schon einige Male, immer wieder wurde über seinen Abgang spekuliert. Aktuell soll der FC Liverpool mit Ex-Coach Jürgen Klopp locken.

Was genau Götze noch fehlt, ist aus Guardiola nur schwer herauszubekommen. In jedem Fall wird er seine erste Chance beim Comeback gleich nutzen müssen. Auch, um Ancelotti aus der Distanz zu überzeugen.

Die Spannung der Liga lebt

Fünf Punkte fühlen sich zwar im absoluten Maßstab komfortabel an aus Münchner Sicht, in Relation zur eigenen Saison ist der Vorsprung an der Tabellenspitze aber mickrig.

Nur zwölf Punkte fehlen den Bayern zur bislang perfekten Ausbeute, da erstaunt es, dass der BVB noch immer so nah dran ist.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte Wolfsburg nach 25 Spielen neun Punkte Rückstand, 2014 lag der BVB 23 Punkte zurück, ein Jahr zuvor 20.

Und die letzten Wochen haben gezeigt: Sobald Bayern nachlässt, ist Dortmund da. "Bis jetzt hat der BVB fast alles gewonnen", sagte Matthias Sammer im ZDF. "Der Respekt ist groß."

Und das wird sich auch bis zum Schluss kaum ändern.

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