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Zwei Fehlentscheidungen und viele Diskussionen über den Referee: Nach dem Remis von Darmstadt gegen Augsburg schimpfen beide Seiten. Augsburg fordert den Videobeweis.

Die gereizte Stimmung nach einem Feuerwerk der Emotionen brachte Sandro Wagner am originellsten auf den Punkt.

Der Torschütze von Darmstadt 98 flüchtete sich nach haarsträubenden Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Bastian Dankert beim 2:2 (2:0) gegen den FC Augsburg in Galgenhumor.

"Diese Konzessionsentscheidung verstehe ich auch nicht. Aber ich bin wohl nicht klug genug für so etwas, deshalb bin ich ja auch Fußballer geworden", sagte Wagner. Das Lachen nach der verspielten 2:0-Führung der Hessen blieb dem Stürmer allerdings im Halse stecken.

Schuster: "Immer schön die Fresse gehalten"

Ähnlich ging es seinem Trainer Dirk Schuster, der auf der anschließenden Pressekonferenz deutliche Worte fand.

"Ohne Schuldzuweisungen machen zu wollen: In den letzten sechs Spielen gab es fünf klare Entscheidungen gegen uns", klagte der 48-Jährige: "Wir haben bis jetzt immer schön die Fresse gehalten in dieser Beziehung, haben die Faust in der Tasche gemacht, haben alles geschluckt. Aber es ist jetzt auch mal an der Zeit, solche Sachen zu thematisieren."

Einen Unterstützer fand er in Gegenüber Markus Weinzierl, der mit einer Anekdote von Augsburgs Europa-League-Ausflug zum FC Liverpool überraschte.

Weinzierl erzählt Anekdote von Klopp

"Als wir in Liverpool gespielt haben, hat Jürgen Klopp zu mir gesagt, ich solle mich über die deutschen Schiedsrichter freuen", berichtete Weinzierl, "aber Fakt ist, dass es natürlich schon so ist, dass sich diese Fehler häufen".

Schiedsrichter Dankert hatte es in den 90 Minuten zuvor tatsächlich geschafft, beide Seiten gegen sich aufzubringen - immerhin durfte sich so am Ende keine der beiden Mannschaften benachteiligt fühlen.

Dankert hatte zunächst einen klaren Kopfballtreffer von Augsburgs Caiuby (77.) zum vermeintlichen 2:2 aus unverständlichen Gründen nicht anerkannt, ehe er den Gästen 13 Minuten später einen fast lachhaften Foulelfmeter zusprach.

Finnbogason sorgt für den Ausgleich

"Jeder pfeift ihn wahrscheinlich nicht", sagte selbst Weinzierl, der nach dem aberkannten Treffer seine Jacke wutentbrannt durch die Gegend geschleudert hatte.

Markus Weinzierl schleudert wutentbrannt seine Jacke auf den Boden
Markus Weinzierl schleudert wutentbrannt seine Jacke auf den Boden © Getty Images

Der eingewechselte Lilien-Profi Sandro Sirigu ("Das war nie ein Elfer") hatte Ja-Cheol Koo im Strafraum touchiert. Alfred Finnbogason sorgte mit dem verwandelten Strafstoß dann doch noch für den Ausgleich (90.).

"Das war ausgleichende Gerechtigkeit", betonte Augsburgs Markus Feulner, der nach dem Rückstand durch Mario Vrancic (12.) und Wagner (40.) mit einem Traumtor (63.) den Anschluss hergestellt hatte.

Erneute Forderung nach dem Videobeweis

Darmstadts Coach Dirk Schuster stürmte nach dem Schlusspfiff fuchsteufelswild Richtung Referee - und gab ihm ein paar deutliche Worte mit auf den Weg. Ein Sicherheitsbeamter hielt vorsorglich einen Regenschirm über Dankert, als dieser den frisch verlegten Rasen verließ.

Für Weinzierl war Dankerts Doppel-Aussetzer Anlass genug, sich erneut für den Videobeweis stark zu machen, der frühestens ab der Saison 2018/19 bindend eingeführt wird. "Er könnte eine Hilfestellung geben", sagte Weinzierl.

Auch FCA-Manager Stefan Reuter forderte technische Unterstützung für die überfordert wirkenden Unparteiischen: "Dann hätten wir viele Fehlentscheidungen weniger. Das Spiel wird immer schneller. Und die Schiedsrichter stehen auch immer mehr unter Druck."

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