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Borussia Dortmund v FC Bayern Muenchen - Bundesliga
Die BVB-Spieler liefen den Münchnern oft hinterher. Hier Dortmunds Ilkay Gündogan im Zweikampf mit Bayerns Arjen Robben (l.). © Getty Images

Dortmund - Bei Borussia Dortmund will über den Punktgewinn keine rechte Freude aufkommen. Die Bayern geben sich politisch korrekt, ein Dortmund-Insider des FCB warnt aber.

Auf dem Bildschirm am Kabinenaufgang zeigte die Teletexttafel die aktuelle Bundesligatabelle nach dem Gipfeltreffen.

Doch mehr als flüchtige Seitenblicke fielen nicht auf das Tableau, weder von Dortmunder noch von Bayern-Seite.

Die Stimmung war gelassen bis entspannt. Mario Götze sagte lächelnd seinen alten Kollegen in der Heimkabine hallo, auch Robert Lewandowski sprach nach dem Schlusspfiff länger mit den Männern in Schwarzgelb als denen in Rot.

Das Lächeln war dabei eher auf FCB-Seite. Das 0:0 von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern lässt die Meisterschaft der Münchner auf alle Fälle immer näher rücken (KOMMENTAR: Werbung für den deutschen Fußball).

Gündogan ärgert sich

"Wir müssen jetzt damit leben. Ich denke, die Bayern können es ganz gut", sagte Ilkay Gündogan. "Gefühlt sind wir sehr, sehr viel hinterhergelaufen", fand der BVB-Sechser (SERVICE: Die Stimmen zum Spiel) .

Dortmunds Nationalspieler war zwar nicht unglücklich über das Ergebnis, aber so recht anfreunden konnte er sich mit den 90 Minuten auch nicht.

"Wir haben es verpasst, den letzten oder vorletzten Pass vernünftig an den Mann zu bringen und haben es phasenweise nicht gut ausgespielt. Das ärgert mich", sagte Gündogan über die verpassten Möglichkeiten.

Haben die Dortmunder noch eine Chance auf ein heißes Finale in der Liga? "Nur wenn die Bayern Fehler machen, Punkte liegen lassen und wir dran bleiben", glaubt Gündogan.

Tuchel will "den Hunger bewahren"

"Aber fünf Punkte neun Spieltage vor Schluss - das ist nicht unmöglich", sagte Gündogan und forderte: "Wir müssen unser Ding weiter durchziehen."

"Vielleicht lassen sie ja nochmal was liegen", meinte auch Julian Weigl, als ehemaliger 1860er von Haus aus "kein Bayern-Sympathisant", wie er lächelnd zugab.

Sein Trainer Thomas Tuchel riet trotz der unveränderten Situation im Kampf um die Meisterschaft zu Optimismus. "Wir müssen uns den Hunger bewahren und sollten das jetzt nicht als Enttäuschung verbuchen", sagte Tuchel nach dem Remis.

Und auch die Fans im schwarzgelben Signal-Iduna-Park werteten das Resultat positiv, zollten ihrem Team nach dem Unentschieden Beifall.

Restprogramm spricht für den FCB

Die Bayern gaben sich unterdessen diplomatisch-routiniert. "Es sind noch neun Spiele, es ist noch ein langer Weg. Aber wir haben alles in der eigenen Hand", sagte Kapitän Philipp Lahm.

Nicht nur die Leistung in Dortmund, auch das Restprogramm spricht für den amtierenden Titelträger aus München. 

Mit Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und dem FC Ingolstadt warten nur noch drei Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte auf die Elf von Pep Guardiola.

Lewandowski warnt

Dagegen hat der BVB mit Mainz, Schalke, Hertha und Wolfsburg das vermeintlich schwerere Restprogramm.

"Fünf Punkte sind keine Distanz", warnte unterdessen einer, der die Mentalität der Schwarzgelben gut kennt: Robert Lewandowski.

"Ich weiß, dass Dortmund bis zum Ende kämpfen kann", sagte der Top-Torjäger: "Wir müssen immer hochkonzentriert bleiben."

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