vergrößern verkleinern
Ralf Fährmann
Keeper Ralf Fährmann hat bei Schalke 04 noch einen Vertrag bis 2020 © Imago

München und Gelsenkirchen - Ralf Fährmann rettet Schalke gegen Gladbach den Sieg - schon wieder. Klub und Mitspieler adeln den Keeper. Doch fürs Nationalteam reicht es weiterhin nicht.

Ralf Fährmann ließ sich Zeit. Viel Zeit.

Nachdem die Anhänger den Schalker Keeper in der Arena ausgiebig mit Sprechchören gefeiert hatten, kostete er den Moment erst einmal in Ruhe aus.

"Ich habe das mit einem kalten Bier und einer warmen Dusche genossen", sagte der 27-Jährige schmunzelnd zu den wartenden Journalisten.

Zurückhaltender Held

Und das nicht unberechtigt, denn Fährmann hatte einen immensen Anteil daran, dass die Königsblauen die Partie gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 glücklich für sich entschieden.

Video

Dabei wollte sich der 27-Jährige gar nicht zu sehr in den Vordergrund drängen. "Ich denke, ich habe heute ein ganz gutes Spiel gemacht", gab er bei Sky zurückhaltend zu Protokoll.

Aber es freue ihn natürlich, "dass ich meinen Teil zum Sieg beitragen konnte und der Mannschaft, die mich auch immer unterstützt, ein Stück zurückgeben und den Sieg festhalten konnte".

Sogar der Gegner lobt

"Ganz gut" klingt da beinahe schon untertrieben. Fährmann war vielmehr der Mann des Schalker Spiels. "Der Torwart hat einen perfekten Tag erwischt", lobte Gladbachs Kapitän Granit Xhaka.

Audio

Ganze 22 Schüsse der Fohlenelf flogen Fährmann um die Ohren. Acht gingen direkt auf seinen Kasten, wovon er sieben entschärfte.

"Wir können ihm alle einen ausgeben", meinte Trainer Andre Breitenreiter: "Unfassbar, was er für Glanzparaden gezeigt hat. Er war unser großer Rückhalt."

Heldt schwärmt: "Weltklasse"

Fährmann war am Ende der Schlüssel zum Erfolg der Knappen, die in der zweiten Halbzeit dank des kuriosen Eigentores von Gladbachs Martin Hinteregger aus einem Torschuss zwei Tore machten und damit in der Tabelle an den Fohlen vorbeizogen.

Vor allem in der Schlussphase hielt der Schalker Keeper etwa mit einer Parade in höchster Not gegen Andreas Christensen den Sieg fest.

"Das war absolute Weltklasse", adelte Manager Horst Heldt: "Diesen Begriff verwende ich heute gerne."

Löw übergeht Fährmann

Mittlerweile vergeht kaum eine Woche, in der Fährmann nicht der königsblaue Retter ist und stets zu den Besten auf dem Platz gehört. Woche für Woche wird es damit unverständlicher, warum Fährmann trotz guter und vor allem konstanter Leistungen noch nichts von Bundestrainer Joachim Löw hörte.

Denn der Tag seiner Glanztaten war auch jener, an dem der DFB-Coach mit Bernd Leno, Marc-Andre ter Stegen und Kevin Trapp neben Manuel Neuer drei weitere Torhüter für die anstehenden Testspiele nominierte. Fährmann überging er bei seiner Auswahl erneut.

Keeper will weiter kämpfen

"Ralf hat sich eine Chance bei der Nationalmannschaft verdient", schrieb Kollege Franco Di Santo bei Twitter.

Fährmann selbst räumte ein, gerne dabei gewesen zu sein: "Das ist bitter. Ich hätte mir es natürlich gewünscht." Entmutigen lassen will er sich davon aber nicht. Ganz im Gegenteil: "Ich werde trotzdem weiterhin Woche für Woche Vollgas geben. Vielleicht erfüllt sich ja irgendwann mal dieser Traum."

Argumente dafür liefert Fährmann momentan im Wochentakt.

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel