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Schalkes scheidender Manager Horst Heldt (r.) und Trainer Andre Breitenreiter © Imago

Berlin - Schalke 04 verliert das Duell um die Champions League gegen Hertha BSC klar und deutlich. Hinterher reden sich die Knappen die Pleite schön - mit einer Ausnahme.

André Breitenreiter zupfte an seinem Schal herum, der Trainer von Schalke 04 suchte nach einer Erklärung für den herben Rückschlag im Kampf um die Champions League. Doch am Ende redete sich der 42-Jährige die 0:2 (0:1)-Pleite gegen Hertha BSC nur schön.

"Bis zum 0:2 war es ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht haben", sagte Breitenreiter und sorgte damit doch für ein bisschen Verwunderung. Schließlich hatten die Berliner sein Team nicht nur kämpferisch, sondern vor allem auch spielerisch über 90 Minuten dominiert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Und so stimmte Breitenreiters Analyse, dass "die Effizienz der Hertha das entscheidende Kriterium" gewesen sei, auch nur bedingt.

Schwere Aufgaben für Schalke

Nach zuvor vier Spielen ohne Niederlage leistete sich Schalke ausgerechnet im Duell mit einem direkten Konkurrenten um die so sehr begehrte Königsklasse wieder einen kleinen Blackout.

Nach den Gegentreffern von Vedad Ibisevic (42.) und Niklas Stark (65.) haben die Knappen nun schon vier Punkte Rückstand auf die Hertha auf Platz drei in der Tabelle. Und in den nächsten vier Partien warten mit Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund und dem FC Bayern echte Brocken. (DATENCENTER: Tabelle)

Doch die Schalker wirkten trotz des verpassten Big Points hinterher erstaunlich gelassen.

Torwart Ralf Fährmann widersprach vehement dem Vorwurf, Hertha sei bissiger, entschlossener vor 51.424 Zuschauern aufgetreten.

Die Highlights der Partie am Sonntag ab 09.15 Uhr in "Bundesliga Pur" im TV auf SPORT1

"Finde ich nicht", wiederholte er mehrfach. Keinesfalls sei der lahme Betriebsausflug in die Hauptstadt ein Rückfall in alte Zeiten gewesen. "Es ist keine neue Krise, die hier anbricht. Es war qualitativ ein gutes Spiel von uns, wir müssen uns nur belohnen", sagte Fährmann. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

"Mannschaft heute zu brav"

Zumindest bei der Einschätzung der Art und Weise des Auftritts widersprach ihm aber sein Vorgesetzter. "Nach meinem Eindruck war die Mannschaft heute zu brav, die Berliner haben den Sieg mehr gewollt als wir", sagte der scheidende Manager Horst Heldt.

Hertha war auf jeden Fall sehr viel wacher und zielstrebiger als Schalke. Die Gelsenkirchener kassierten schon zum siebten Mal in dieser Saison ein Gegentor nach einer Ecke. Mehr als sechs Gegentore nach Ecken hatte es für Schalke seit Beginn der Datenerhebung 1992 nie in einer Saison gegeben.

"Das war nicht unser Tag", sagte Johannes Geis, der die Leistung des Teams insgesamt aber trotzdem recht ordentlich fand. "Der letzte Pass" sei eben nicht angekommen. Für Geis war es zwar eine "enorm schmerzhafte, enorm bittere Niederlage", vor allem aber, weil sie ja gegen einen direkten Konkurrenten eingesteckt wurde.

Konzentration liegt auf dem nächsten Gegner

Eigentlich beschäftigten sich die Schalker schon direkt nach dem Abpfiff im Olympiastadion mit dem nächsten Gegner - Mönchengladbach.

"Vielleicht kam man die Niederlage dort schon wieder ein bisschen wettmachen", sagte Fährmann. Vielleicht aber auch nicht.

Torjäger Klaas- Jan Huntelaar, der in der ersten Halbzeit eine gute Möglichkeit vergeben hatte, versprach den enttäuschten Fans jedenfalls: "Wir lassen die Köpfe nicht hängen."

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