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Hertha BSC v Eintracht Frankfurt - Bundesliga
Armin Veh hat in Frankfurt kaum noch Kredit © Getty Images

München - Armin Veh hat bei Eintracht Frankfurt fast keinen Kredit mehr. Nach SPORT1-Informationen ist er spätestens im Sommer weg - es könnte aber auch alles viel schneller gehen.

Für Armin Veh wird die Luft bei Eintracht Frankfurt immer dünner. Nach sechs Spielen ohne Sieg und dem Abrutschen auf Relegationsrang 16 droht dem Trainer bei einer Heimpleite am Samstag gegen den FC Ingolstadt der Rauswurf.

SPORT1 weiß: Die Eintracht-Bosse planen einen Trainerwechsel im Sommer, wollen aber so lange wie irgend möglich an Veh festhalten. "Aber dazu müssen auch die Ergebnisse stimmen", sagte ein Führungsmitglied.

Veh bei den Fans unten durch

Bei den Fans ist der ehemalige Publikumsliebling unten durch. "Armin Geh", war kürzlich auf Transparenten zu lesen, nach dem 0:2 am Mittwoch bei Hertha BSC forderten die erbosten Anhänger: "Armin raus!"

Nach Ansicht von SPORT1-Kolumnist Fredi Bobic eine hoch brisante Situation, durch die sich die Vereinsführung schon bald zum Handeln gezwungen sehen könnte.

"Die Fanaktionen gegen Armin Veh sind ganz gefährlich für den inneren Betriebsfrieden. Hier werden die Verantwortlichen zu einer Entscheidung gedrängt, hinter der sie vielleicht gar nicht stehen - die sie aber treffen müssen, um Ruhe in den Laden zu bekommen", sagte Bobic.

Erinnerung an 2011 und Daum

Und der einstige Stuttgarter Sportchef, der mit Veh beim VfB zusammenarbeitete, ist skeptisch, ob die Abwärtstendenz noch aufzuhalten ist. "Für die Eintracht wird es sehr eng. Die Verunsicherung der Mannschaft ist förmlich greifbar. Diese Entwicklung kennt man am Main. Sie ging schon einmal schief."

Nicht nur Bobic fühlt sich an die Abstiegssaison 2011 erinnert, als die Hessen nach guter Hinserie in der Rückrunde total abstürzten. Damals entließ Vorstandsboss Heribert Bruchhagen am 25. Spieltag Michael Skibbe und holte Chriostoph Daum - unter dem das Team dann aber noch von Platz 14 auf 17 abrutschte.

Nachfolger im Blick

Ein personeller Fehlgriff, der sich keinesfalls wiederholen soll. Auch deshalb steht Bruchhagen weiter zu Veh, trotz der sportlichen Krise. Die Frankfurter Rundschau schrieb dieser Tage vielsagend: "Bruchhagen wird trainerstabil bleiben und Armin Veh stützen. Die Frage ist, wie lange noch."

Für den Fall der Fälle haben die Klub-Verantwortlichen laut der Bild angeblich schon Nachfolger für den Trainerposten im Blick. Der Name Kosta Runjaic fällt in diesem Zusammenhang. Man sagt ihm einen guten Draht zu Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner nach. 

Auch der frühere Eintracht-Profi Alexander Schur, derzeit U-19-Coach, soll Chancen auf den Chefposten bei den Profis haben. Auf einen Kandidaten einigen konnte sie sich bei den Hessen bisher offenbar nicht. Auch davon zehrt Armin Veh. 

"Natürlich wird der Druck größer, aber damit muss man umgehen", sagt er vor dem "Endspiel" gegen Ingolstadt: "Wir müssen zu Hause punkten, wenn wir die Klasse halten wollen. Aber wir müssen trotzdem sehen, dass wir nicht verkrampfen."

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