vergrößernverkleinern
Papy Djilobodji (r.) im Zweikampf mit Pablo de Blasis
Papy Djilobodji (r.) im Zweikampf mit Pablo de Blasis © Getty Images

Werder Bremens Papy Djilobodji droht nach seiner obszönen Geste im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 eine Sperre. Der Kontrollausschuss beschäftigt sich bereits mit der Szene.

Für Werder Bremens Papy Djilobodji hat seine Kopf-ab-Geste im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 (1:1) ein juristisches Nachspiel.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) leitete auch offiziell ein Ermittlungsverfahren gegen den Innenverteidiger ein. Das gab der Verband am Montag bekannt.

Djilobodji wurde "zu einer zeitnahen Stellungnahme aufgefordert". Danach wird über den weiteren Fortgang des Verfahrens entschieden.

Dem Senegalesen droht möglicherweise eine Sperre von mehreren Spielen.

Der 27-Jährige hatte seinem Gegenspieler Pablo de Blasis in einem Zweikampf ins Gesicht gegriffen. Dieser ging daraufhin zu Boden während das Spiel ohne Unterbrechung fortgesetzt wurde.

Djilobodji unterstellte dem Argentinier eine Schwalbe - und zeigte ihm im Davongehen die obszöne Geste.

Im November 2009 hatte Deniz Naki mit einer ähnlichen Geste für Wirbel gesorgt. Der damalige Profi des FC St. Pauli hatte gegenüber Fans von Hansa Rostock mit der rechten Hand das Abschneiden des Halses angedeutet.

Der Angreifer war seinerzeit wegen krass sportwidrigen Verhaltens nachträglich für drei Spiele gesperrt worden.

SVW-Trainer Viktor Skripnik rechnete nach der Partie am Samstag schon mit einer möglichen Sperre.

"Ich akzeptiere alles, was kommt", sagte der Ukrainer, nahm Djilobodji aber auch in Schutz. Der Coach sprach von einer "emotionalen Sache", Djilobodji habe "Temperament", ist ein "afrikanischer Typ. Ich hätte das nie gezeigt."

Sportchef Thomas Eichin kündigte bereits ein ernstes Gespräch an. "Ich werde mit ihm vernünftig darüber reden, und er wird es künftig nicht mehr machen", sagte er bei Sky, wollte die Szene aber auch nicht dramatisieren: "Für mich war das eine Geste, die zeigen sollte, dass er nicht den sterbenden Schwan machen soll."

Wegen Djilobodji haben die Hanseaten in kürzester Zeit erneut Ärger mit dem DFB. Erst vor zehn Tagen hatte das Sportgericht die beiden "Gelb-Schummler" Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz zu Geldstrafen verurteilt, nachdem sich das Mittelfeld-Duo vor der Partie gegen den FC Bayern absichtlich jeweils eine Gelbe Karte abgeholt hatte, um gegen den Rekordmeister gesperrt zu sein - und nicht gegen einen vermeintlich leichteren Gegner.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel