Video

München - Nach dem Abstieg von Hannover 96 spricht der gerade wiedergewählte Klub-Boss Martin Kind bei SPORT1 über die Zukunft der Niedersachsen und das Ziel Wiederaufstieg.

Martin Kind hat momentan einiges um die Ohren. 

So viel, dass der 71-Jährige gerade wenig Zeit zu haben scheint, sich zu rasieren. Der Präsident von Hannover 96 trägt seit neuestem nämlich einen schicken weißen Bart.

Der Abstieg seines Klubs steht seit vergangenem Sonntag fest, und Kind hat viel Arbeit auf dem Tisch liegen. Zumindest hat er Planungssicherheit, was seine Person betrifft.

Der 96-Boss kann aufatmen, denn er hat bei der Aufsichtsratswahl auf der Jahreshauptversammlung die knappe Mehrheit bekommen und wurde in seinem Amt bestätigt.

Noch kein neuer Trainer

Die großen Themen benötigen also weiter Kinds Zustimmung. Die nächste wichtige Personalentscheidung steht aber weiterhin noch aus.

Wer wird die Niedersachsen in der 2. Liga trainieren? Wird es am Ende der aktuelle Coach Daniel Stendel, der nach der Saison eigentlich wieder zur U23 zurück soll?

"In der Trainersuche ist noch keine Entscheidung gefallen", sagt Kind zu SPORT1.

"Deshalb werden wir auch keine Namen kommentieren. Wir haben die Situation analysiert. Martin Bader (96-Sportvorstand, d. Red.) führt die Gespräche mit den Kandidaten."

Es hört sich zumindest nicht danach an, als würde Stendel weiter machen dürfen.

Eine Entscheidung ist derweil gefallen, bei der Kind keinen Einfluss mehr hatte. Nationaltorwart Ron-Robert Zieler wird den Verein definitiv verlassen.

Wird es nach dem Abstieg an der Leine einen Ausverkauf geben? "Das ist aktuell noch schwer abzuschätzen. Die Saison ist erst in drei Wochen beendet, im Juni werden wir mehr wissen", sagt Kind.

"Heft des Handelns nicht in der Hand"

"Fakt ist aber, dass es Spieler gibt, die eine Ausstiegsklausel in ihren Verträgen haben. Bei ihnen haben wir das Heft des Handelns nicht in der Hand. Bei anderen für viele Vereine interessante Spielern dagegen schon."

Am Dienstag nach auf der JHV wirkte Kind trotz des Abschieds aus der ersten Liga entspannt und aufgeräumt.

Der seit Sonntag feststehende Abstieg tue weh und sei unnötig gewesen, erklärt der seit 1997 amtierende Klubchef, aber man dürfe "nicht in eine Depression" verfallen.

"Unser Ziel ist es, möglichst schnell und am besten direkt wieder aufzusteigen. Wirtschaftlich bedeutet ein Abstieg große Einschnitte", erklärt Kind. "Der Umsatz wird mehr als halbiert. Aber Hannover 96 ist auch in der 2. Liga finanziell handlungsfähig."

Er spricht von einer "mehr als zufriedenstellenden wirtschaftlichen Entwicklung" des Vereins und berichtet, dass "98 Prozent der Sponsoren auch in der 2. Liga bleiben werden.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel