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VfB Stuttgart v FC Bayern Muenchen - Bundesliga
Arturo Vidal hat im Bayern-Mittelfeld das Sagen © Getty Images

München - Arturo Vidal wird in Stuttgart seinem Ruf gerecht und muss gelb-rot-gefährdet vom Platz. Dabei ist er im Moment der wichtigste Mittelfeldspieler der Münchner.

Es ist nun nicht so, dass eine Auswechslung Arturo Vidals an sich außergewöhnlich wäre.

Der Mann ist kein Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo, bei denen gleich Sondersitzungen einberufen werden, wenn sie mal nicht 90 Minuten durchspielen.

Vidal spielt (fast) immer

Vidal hat zwar alle Pflichtspiele des FC Bayern in dieser Saison bis auf drei gemacht, ist damit in einer Region mit Manuel Neuer, Thomas Müller und Robert Lewandowski – vor dem Spiel in Stuttgart hatte er aber schon elfmal das Feld vorzeitig verlassen. (Mehr zu Arturo Vidal ab 18.30 Uhr in Bundesliga Aktuell)

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Bis dahin gewährte ihm Trainer Pep Guardiola nur zumindest 45 Minuten Fußball, ehe er seinen Arbeitstag beendete. Gegen den VfB ging das nicht. Der "Krieger" hatte zu sehr hingelangt und durfte froh sein, nach 26 Minuten noch auf dem Platz zu stehen.

Thomas Müller erzählte danach, man habe auf der Bank schon diskutiert, "dass es jetzt gefährlich werden könnte". Vidal also unbeherrscht? Wird der Irokesen-Mann jetzt seinem Ruf gerecht?

Sammer: "Ein ganz lieber"

"So gefährlich er oftmals aussieht: Er ist ein ganz Lieber", sagte Sportvorstand Matthias Sammer. Die Zahlen geben ihm Recht: Seine Gelbe Karte für ein Foul an Daniel Didavi war erst seine zweite im 27. Bundesliga-Spiel für die Bayern. Insgesamt kommt Vidal in dieser Saison auf sechs Gelbe Karten in 40 Partien.

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Alle 422 Spielminuten sieht Vidal im Schnitt Gelb, wahrlich keine Treter-Bilanz, auch wenn seine 55 Fouls in der Bundesliga die mit Abstand meisten bei den Bayern sind. In der entscheidenden Saisonphase interpretiert er seine Rolle womöglich noch etwas aggressiver.

In beiden Spielen im Champions-League-Achtelfinale gegen Juventus sowie im Hinspiel des Viertelfinals gegen Benfica ragte Vidal heraus, dazu gehörten aber auch zwei Karten gegen die Italiener. Vidal weiß: Jetzt kommt es besonders auf ihn an.

Mit Vidal Geschichte schreiben

Bei seiner Vorstellung in München im August hatte Sammer gesagt: "Wir wollen Geschichte schreiben. Arturo ist stark, er ist ein Siegertyp. Solche Spieler braucht man dafür."

Genau in diesen Wochen muss Vidal das zeigen. Guardiola hat ihn zum Anführer im zentralen Mittelfeld erkoren, so viel ist klar. Xabi Alonso ist raus, wenn es ernst wird.

Dafür darf Vidal im entscheidenden Moment auch mal hinlangen. Weil die Bayern wissen, dass er längst nicht mehr der ungestüme Bulle von einst ist, sondern seine Kraft zu dosieren weiß.

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Und sie setzen darauf, dass Vidal seine Lektion aus dem letzten Champions-League-Finale gelernt hat: Damals sah er im Trikot von Juventus gegen Barcelona schon in der 11. Minute Gelb, war dadurch permanent in Gefahr und konnte sein Spiel nicht wie erhofft entfalten.

Vier Spiele sind es aus Bayern-Sicht möglichst noch in der Champions League, zwei im DFB-Pokal. Hier muss Vidal ran. Dann ist die Episode von Stuttgart schnell vergessen.

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