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Mats Hummels strebt einen Wechsel zum FC Bayern an © SPORT1-Grafik/dpa Picture-Alliance

Mats Hummels' Wechsel zu den Bayern steht kurz bevor. Ein legitimer Vorgang, meint SPORT1-Director Digital Ivo Hrstic. Man müsse ihn jedoch nicht gutheißen.

Mats Hummels wechselt zum FC Bayern München - das steht fest. Beide Klubs bestätigten am Rande des 32. Spieltags die Verhandlungen und sind laut eigenen Aussagen um eine "seriöse Lösung" bemüht.

Das bedeutet konkret: BVB-Kapitän Hummels (Vertrag bis 2017) kehrt nach acht Jahren zurück nach München, es geht lediglich noch um die Ablösesumme.

Der Rekordmeister schwächt damit einmal mehr einen wiedererstarkten und sehr ernst zu nehmenden Konkurrenten. Für mich ist das legitim, auch wenn man es nicht gutheißen muss.

Der FC Bayern verpflichtet mit Mats Hummels einen der besten Innenverteidiger der Welt. Mit Ablösesumme, Handgeld und Beraterhonoraren sprechen wir über ein Wechselvolumen von "nur" 40 Millionen Euro. Irgendwie ist das bayerische Angebot nur logisch und wenig überraschend.

Selbstverständlich reagierte ein Teil der Dortmunder Fans gereizt, auch weil Uli Hoeneß fälschlicherweise eine Wechselinitiative Hummels' angedeutet hatte.

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Die Anti-Hummels-Pfiffe rund um das Spiel gegen den VfL Wolfsburg sind trotzdem völlig okay, das ist das Recht eines jeden Fans. Die emotionale Komponente ist nach den schmerzvollen Abgängen von Mario Götze und Robert Lewandowski nur zu verständlich und nachvollziehbar.

Das rechtfertigt aber noch lange nicht die Schmähgesänge und Beleidigungen gegen Hummels nach Abpfiff. Teile der Dortmunder Südtribüne haben leider legitime Enttäuschung mit geschmackloser Respektlosigkeit verwechselt.

Hummels hat meine Hochachtung für seinen Umgang mit der Situation, der 27 Jahre alte Weltmeister blieb beim 5:1-Sieg gegen Wolfsburg auf und abseits des Platzes souverän und cool. Dabei glänzte er vor allem durch Zweikampfstärke (72,7 Prozent) und Passsicherheit (87,6 Prozent).

Der Kapitän überzeugte durch Leistung und nicht durch Worte. Stark!

Ich gehe davon aus, dass der Wechsel in den nächsten Tagen sehr schnell über die Bühne gehen wird. Beide Seiten sind sich darüber einig, bis zum Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München am 21. Mai Klarheit schaffen zu wollen.

Ich wünsche Hummels einen verdient-respektvollen Abschied vom BVB, verstehe zugleich aber jeden einzelnen Pfiff!

Im Millionengeschäft Bundesliga dürfen sich Fans auch weiter Vereinstreue wünschen. Wenn nicht der Fan das macht, wer sonst?

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