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FBL-GER-BUNDESLIGA-LEVERKUSEN-FRANKFURT
Ein Bild des Jammers: Marco Russ © Getty Images

Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt droht nach der Niederlage gegen Bayer Leverkusen der direkte Abstieg. Auch die Verantwortlichen geben nur noch Durchhalteparolen aus.

Wie angespannt die Nerven bei Eintracht Frankfurt sind, demonstrierte Stefan Aigner.

Der Offensivspieler hatte Glück, dass er in der 73. Minute nach einem Foul und anschließendem Kopfstoß gegen Kampl lediglich die Gelbe Karte sah.

Nach der 0:3 (0:0)-Pleite bei Bayer Leverkusen und den vier gleichzeitigen Siegen von Abstiegskonkurrenten befinden sich die Hessen angesichts der akuten Abstiegsgefahr in einem kollektiven Schockzustand.

"Täglich grüßt das Murmeltier"

Dabei war die Eintracht durchaus gut aufgetreten.

"Täglich grüßt das Murmeltier", sagte Trainer Niko Kovac mit einer Portion Galgenhumor angesichts der wieder mal katastrophalen Abschlussschwäche seiner Mannschaft, die in fünf Spielen unter seiner Regie nur ein Tor geschossen hat und deshalb auch nur einmal gewinnen konnte.

© SPORT1

"Die Situation wird von Spieltag zu Spieltag schlechter für uns. Aufgeben gibt es für mich aber nicht. Wir haben jetzt noch vier Endspiele und werden bis zum letzten Spieltag kämpfen", äußerte sich der frühere Bayer-Profi Kovac trotzig. (Spielplan der Bundesliga)

Vorstandsboss und Berufs-Optimist Bruchhagen, der am Ende der Saison das sinkende Schiff verlässt, strahlte angesichts von nunmehr schon vier Punkten Rückstand auf Relegationsplatz 16 allerdings keine große Hoffnung mehr aus. (Tabelle der Bundesliga)

"Es wird immer schwerer. Wir stehen nun absolut mit dem Rücken zur Wand", sagte der 67-Jährige, der sich aber noch nicht mit dem fünften Bundesligaabstieg der Hessen nach 1996, 2001, 2004 und 2011 abfinden will: "Wir werden nach wie vor versuchen, die geringe, aber noch vorhandene Chance zu nutzen." 

Meier einzig verbliebene Hoffnung

Dass die Chance aber immer kleiner wird, unterstrich Kapitän Marco Russ.

"Die Lage wird für uns immer prekärer, weil wir es nicht mehr aus eigener Kraft schaffen können und auf die anderen schauen müssen. Wir müssen sehen, dass wir am letzten Spieltag ein Endspiel in Bremen haben."

(Die Highlights der Partien gibt es am Sonntag um 9.15 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1)

Spätestens im Weserstadion soll auch Torjäger Alexander Meier wieder mit an Bord sein. (Statistiken zum Spiel)

"Man kann keine genaue Prognose abgeben. Ich hoffe und wünsche, dass Alex schon Ende des Monats beim Spiel in  Darmstadt dabei sein kann. Für unser nächstes Heimspiel gegen Mainz reicht es noch nicht", sagte Coach Kovac. Meier fehlt seinem Team seit Februar wegen Knieproblemen, die sogar eine OP erforderten.

"Keine Ausrede"

"Natürlich fehlt er uns, aber das alleine darf keine Ausrede sein", sagte Kovac, der bei der Eintracht nur einen Vertrag für die erste Liga besitzt.

Bei einem Abstieg wird die Eintracht, die bis zu den Gegentreffern von Kevin Kampl (70.), Julian Brandt (76.) und Karim Bellarabi (90.) beim Champions-League-Aspiranten mehr als nur gut mitgehalten hatte, wohl Ausschau nach einem neuen Coach halten. Darüber befinden muss aber maßgeblich der Nachfolger von Bruchhagen, nach dem bei den Hessen seit schon längerer Zeit gesucht wird.

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