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München - Dem FC Bayern passt es ganz wunderbar, dass Franck Ribery gerade jetzt Fahrt aufnimmt. Der Franzose spielt um einen neuen Vertrag – und ist dabei wichtig wie lange nicht.

Franck Riberys Freude über einen Treffer hat immer etwas Kindliches. Marke Publikumsliebling.

Pünktlich vor dem Hinspiel im Viertelfinale der Champions League gegen Benfica ist le Franck beim FC Bayern wieder en vogue.

Wie der junge Ribery

Sein Seitfallzieher gegen Eintracht Frankfurt sah aus wie ein Zauberstück des neun Jahre jüngeren Ribery, als dieser zum ersten Mal auf die Bundesliga losgelassen wurde und Münder offen stehen ließ.

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Zumal er danach noch angab, "so ein Tor noch nie geschossen" zu haben in seiner Karriere. Ribery wird in ein paar Tagen 33 Jahre alt und bietet trotzdem noch Frisches.

Am Dienstag können die Bayern das ganz sicher gebrauchen. Ribery ist in der entscheidenden Phase dieser Saison wichtig wie lange nicht.

Hoffnung keimt

"Ich arbeite jeden Tag viel, ich kämpfe für die Mannschaft. In jedem Spiel fühle ich mich immer besser", sagte er nach dem Frankfurt-Spiel. Die letzten 13 Monate tönen mit in diesen hoffnungsvollen Worten.

Im März 2015 begann für ihn eine gefühlt endlose Verletzungs-Posse; zum ersten Mal seitdem nähert er sich wieder seiner Optimalform.

Dabei schien das x-te Mal, da er abgeschrieben wurde, schon das entscheidende gewesen zu sein. Als Douglas Costa zu Beginn dieser Saison zehn Tore auflegte in seinen ersten sieben Bundesliga-Spielen, machte Ribery es sich gerade im emotionalen Keller gemütlich.

"Alles nervt"

"Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr das alles nervt. Ich tue alles, wirklich alles, was man mir sagt, doch die Schmerzen gehen einfach nicht weg", beschrieb er sein Leid im August.

Das Timing seiner Raketen-Rückkehr passt: Seit seinem spektageligem Start hat sich Costa verhältnismäßig beruhigt, kam in den zehn Bundesliga-Einsätzen seit seiner Muskelverletzung auf zwei Scorerpunkte.

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Gegen Frankfurt saß er zu Beginn auf der Bank, erst zum vierten Mal überhaupt in allen Wettbewerben für die Bayern. König Ribery gibt seinen Thron nicht einfach so auf.

Ribery will über 2017 hinaus bleiben

Im Gegenteil: Er spielt um einen neuen Vertrag. Bei jeder Gelegenheit getont er, wie wohl er sich in München fühlt und dass er bleiben will. Es ist Liebe. Die nächsten Monate werden entscheiden, ob die Bayern ihm noch ein Jahr über 2017 hinaus geben. Es lässt sich gut an aus Riberys Sicht.

Es kann natürlich sein, dass Pep Guardiola Costa vor Benfica eine Pause gönnte, so genau weiß man das nie beim Bayern-Trainer. Zumal die Münchner auch gelernt haben aus Riberys erstem gescheiterten Comeback-Versuch Anfang Dezember, als er sich nach gerade einmal einer Stunde Einsatzzeit in zwei Partien wieder verletzte.

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Zu viel zu früh war das damals. Den Fehler will Guardiola auf keinen Fall ein zweites Mal machen. Ribery wird sich also wohl mit Costa abwechseln. Das sieht auch Ribery selbst als Vorteil: "Die Champions-League-Spiele gegen Barcelona im letzten Jahr haben gezeigt, dass wir Alternativen dieser Art brauchen. Damals fehlten Robben, Alaba und ich. Es mangelte an Ersatz." Anders als jetzt.

Fürs Erste liegt er vor seinem internen Konkurrenten. Costa soll Ribery langfristig beerben beim FC Bayern – nur wird er sich dabei mehr gedulden müssen als zunächst gedacht.

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