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1899 Hoffenheim v Hertha BSC - Bundesliga
Maskenmann Vedad Ibisevic © Getty Images

Sinsheim - Hertha BSC ist auf dem bestem Weg, die Champions League zu verspielen. Nach der Niederlage gegen Hoffenheim geht der Blick trotzdem direkt auf das Pokal-Duell gegen Dortmund.

Torwart Rune Jarstein hätte aus dem Pfosten fast Kleinholz gemacht, seine Kollegen sackten enttäuscht zusammen - doch trotz der Krise zur Unzeit glaubt Hertha BSC Berlin fest an das ersehnte Finale im eigenen Wohnzimmer.

"Das ist immer noch unser Traum. Dafür lohnt es sich zu kämpfen", sagte Trainer Pal Dardai, der mit den Lehren aus dem 1:2 (1:1) bei der TSG 1899 Hoffenheim den Einzug ins Pokal-Endspiel anpeilt.

"Besonderer Moment"

"Das war ein Weckruf für uns", sagte der Coach, der sofort nach der vermeidbaren Niederlage die Stimmung für das Halbfinale am Mittwoch gegen Borussia Dortmund anheizte: "Auf dieses Spiel wartet die ganze Stadt. Das Stadion wird voll sein, es wird gigantisch werden. Das wird ein besonderer Moment für uns."

Dass die Berliner nur einen Punkt in den vergangenen drei Spielen geholt haben und dabei neunmal den Ball aus dem eigenen Netz holen mussten, lässt Dardai kalt. Auch das Abrutschen auf den vierten Platz scheint den Ungarn nicht zu jucken. (Tabelle der Bundesliga)

Der Einzug ins Pokalfinale im Olympiastadion ist dem Trainer offenbar wichtiger als die Teilnahme an der Champions League.

(Die Highlights der Partien gibt es am Sonntag um 9.15 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1)

"Wir können am Mittwoch sehr viel für unser Image tun. Und wenn wir nach einem 0:0 nach Verlängerung erst im Elfmeterschießen weiterkommen, reicht es auch. Auch dann können die Fans uns zu Hause im Finale sehen", äußerte der 40-Jährige: "Wir gehen mit vollem Risiko in das Spiel. Es ist nur ein Spiel - und in einem Spiel ist alles möglich."

"Alles im grünen Bereich"

Ähnlich zuversichtlich wie Dardai gehen die Profis das Duell mit dem BVB an.

"Wir sind eine gute Mannschaft. Wir lassen uns nicht von außen einreden, dass wir nicht gut drauf sind. Wir sind immer noch die positive Überraschung der Saison", sagte Marvin Plattenhardt: "In der Tabelle ist immer noch alles im grünen Bereich. Und die drei Spiele ohne Sieg können wir ganz sicher am Mittwoch ausblenden."

Für Torschütze Niklas Stark, dessen Führungstreffer (25.) am Ende nichts einbrachte, ist die Pleite bei der TSG für das Spiel gegen Dortmund völlig unerheblich. (Spielplan der Bundesliga)

"Das am Mittwoch wird etwas ganz anderes. Ich mache mir keinen Kopf und freue mich einfach darauf", äußerte der Innenverteidiger: "Und das Dortmund-Spiel hatte auch nichts mit der Niederlage zu tun. Erst jetzt beginnt die Konzentration darauf."

Zweimaliger Tiefschlaf

Fast schien es allerdings so, als seien die Berliner schon nach einer halben Stunde in Sinsheim mit ihren Gedanken beim BVB gewesen zu sein. Gleich zweimal schliefen die Hauptstädter bei Standard-Situationen.

Erst durfte der Schweizer Fabian Schär per Kopf sein erstes Bundesligator erzielen (33.), dann war Mark Uth ebenfalls per Kopf (86.) zum sechsten Mal in der laufenden Saison erfolgreich. (Statistiken zum Spiel)

"Wenn man zwei Standard-Tore bekommt, hat man nichts verdient", kommentierte Dardai die Schläfrigkeit seiner Schützlinge, die den Hoffenheimern von 27.745 Zuschauern einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt ermöglichte.

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