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SPORT1-Experte Thomas Strunz wünscht sich beim FC Schalke eine aktivere Rolle von Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies © SPORT1/Getty Images

SPORT1-Experte Thomas Strunz wirft in seiner Kolumne einen kritischen Blick auf die Gemengelage auf Schalke. Ingolstadts Trainer Hasenhüttl rät er zum Abschied.

Hallo Fußball-Freunde,

die aktuelle Krise zeigt einmal mehr: Schalke ist Segen und Fluch zugleich.

Die Erwartungshaltung ist gigantisch, aber in so einer Lage, in der es kritisch wird, fehlt die strukturelle Stabilität im Club. Alles ist fragil, Manager Horst Heldt entmachtet, der Neue (Christian Heidel) noch nicht da und Trainer Breitenreiter gefühlt schon entlassen.

Diese ganze Unruhe wirkt sich dann natürlich auch auf die Mannschaft aus. Das war auch bei der 0:3-Niederlage in München zu sehen. Das Spiel gegen die Bayern war körperlos und ohne Überzeugung. Keine Aggressivität und kein Mut - so ist in München nichts zu holen.

Ich habe aktuell das Gefühl, dass alle Beteiligten einfach nur wollen, dass die Saison vorbei ist - aber die Saison ist noch nicht vorbei!

Aus meiner Sicht müsste jetzt Clemens Tönnies eingreifen. Er ist der Einzige, der jetzt noch deutlich machen kann was auf dem Spiel steht.  Schalke kämpft immer noch um den Einzug ins internationale Geschäft und mit einem Sieg gegen Leverkusen am kommenden Wochenende ist sogar noch Platz drei möglich. 

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So weit ist man beim FC Ingolstadt noch nicht ganz, aber Ralph Hasenhüttl leistet hier wirklich hervorragende Arbeit und weckt dadurch natürlich Begehrlichkeiten anderer Vereine.

Ich würde ihm raten, am Höhepunkt der Entwicklung aufzuhören und eine neue Herausforderung anzunehmen.

Die Entwicklung in Ingolstadt ist nicht mehr zu toppen. Wenn er nun die Möglichkeit hat, nach Leipzig oder Gelsenkirchen zu gehen, ist das die Bestätigung seiner Arbeit und der nächste logische Schritt seiner Trainerkarriere.

Auf jeden Fall muss die Entscheidung in Kürze und noch während der laufenden Saison gefällt werden. Der FCI benötigt Planungssicherheit und dieser Verantwortung muss Ralph Hasenhüttl nach kommen.

Deutlich schlechter als in Ingolstadt sieht es in Frankfurt aus. 

Bei der Eintracht muss man sich Sorgen machen. Ich frage mich: Wie wollen die Frankfurter noch Spiele gewinnen? Alex Meier ist verletzt und er soll der Heilsbringer sein.

Ich habe große Bedenken, dass die Frankfurter noch die Kurve bekommen. Gut zu verteidigen, das reicht nicht. Es müssen Tore und Siege her. Die Stabilität ist in der Defensive zwar einigermaßen eingekehrt, aber das alleine reicht nicht.

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich in dieser Saison als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.

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