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Sascha Haas, Mats Hummels und Matthias Becker
© SPORT1/Getty Images

München - Brillanter Karriereschritt oder bequeme Lösung? Der bevorstehende Wechsel von Mats Hummels zum FC Bayern erhitzt die Gemüter. Pro und Contra aus der SPORT1-Redaktion.

Mats Hummels möchte zur kommenden Saison von Borussia Dortmund zum FC Bayern wechseln. Ein Wunsch, der die Emotionen rund um die beiden größten deutschen Klubs hochkochen lässt. Auch die SPORT1-Redaktion ist gespalten. Das Pro und Contra von Sascha Haas (Ressortleiter Aktuelles) und Matthias Becker (Ressortleiter Digital Content).

PRO: Hummels wird Teil der besten Abwehr der Welt

Die Rückkehr zum FC Bayern ist für Mats Hummels der genau richtige Karriereschritt. Wieso die Bayern einen weiteren Weltklasse-Verteidiger brauchen, haben die letzten Spiele in dieser Saison gezeigt.

Die Experimente mit den Aushilfsverteidigern Joshua Kimmich und David Alaba sind nicht unbedingt schief gegangen, doch gerade bei Atletico Madrid zuletzt hat sich gezeigt, dass es auf höchstem Niveau in der Zentrale auch die besten Spieler braucht.

Zusammen mit seinem Nationalmannschaftskollegen Jerome Boateng würde Hummels in der nächsten Saison auch im Verein das beste Innenverteidiger-Pärchen der Welt bilden. Beide haben ähnliche Stärken, sind sicher in der Defensive und sehr gute Spieleröffner. Niemand kann so elegante lange Bälle in die Spitze spielen wie Boateng und Hummels.

Sascha Haas (Ressortleiter Aktuelles) kann Hummels' Rückkehr zum FC Bayern nachvollziehen © SPORT1

Dazu kommt: Bayern hat mit Manuel Neuer noch den weltbesten Torwart, mit David Alaba den weltbesten Linksverteidiger und mit Philipp Lahm - und vielleicht nächste Saison auch Dani Carvajal von Real Madrid oder Hector Bellerin vom FC Arsenal - auch sehr vorzeigbare Rechtsverteidiger.

Und wieso sollte er zum FC Barcelona wechseln? Bayern ist ein Weltklub und zudem seine Heimat. Mehr Geld würde er anderswo auch nicht verdienen können und Hummels ist gebildet und reif genug, als dass er seine Auslandserfahrung auch nach seiner Karriere machen kann, wenn seine Frau Cathy und er das dann noch wollen.

Außerdem: Die Wahrscheinlichkeit, mit Bayern die Meisterschaft zu gewinnen, ist noch höher, in der Champions League und Pokal hätte Hummels auch fast eine Halbfinal-Garantie. Und ob er bei Barcelona oder Real Madrid wirklich spielen würde, ist auch nicht sicher. Bei Bayern hätte er dagegen eine Stammplatzgarantie in der besten Abwehr der Welt.

(Ist der Wechsel nach München die richtige Entscheidung von Mats Hummels? Diskutieren Sie selbst bei iM Football - dem Fan Messenger)

CONTRA: Der FC Bayern ist der bequeme Weg

Muss das wirklich sein? Jetzt auch noch Mats Hummels? Der dritte Schlüsselspieler von Borussia Dortmund nacheinander, der dem Ruf des FC Bayern folgt. Die Emotionen kochen mal wieder hoch, manch einer sieht schon das Ende des Wettbewerbs in der Bundesliga gekommen.

Für mich ist der Transfer, wenn er denn dann fix ist, aber vor allem eines: die langweiligere, sichere Lösung von Hummels.

Natürlich hat sich Hummels nichts vorzuwerfen. Er hat frühzeitig mit offenen Karten gespielt. Er kehrt nach acht Jahren in Dortmund zu seinem Jugendklub zurück, der ihm ein ordentliches Gehalt, hochklassige Mannschaftskollegen und zudem die Nähe zur eigenen Familie bietet.

Matthias Becker (Ressortleiter Digital Content) hätte sich einen mutigeren Schritt von Hummels gewünscht © SPORT1

Gleichzeitig wählt er aber den bequemen Weg. In München hat er in der jetzigen Konstellation eine Stammplatzgarantie - die Sicherheit in vier Jahren mindestens drei Mal die Meisterschaft zu gewinnen, gibt es gratis dazu. Auch in der Champions League wird er mit den Bayern um den Titel kämpfen.

Was es daran auszusetzen gibt? Dass Hummels die Chance auslässt, seine Karriere noch mal auf ein neues Level zu heben.

Sollte das Interesse des FC Barcelona tatsächlich bestanden haben, kann ich nicht nachvollziehen, warum er diese Chance nicht ergreift. Meister und möglicherweise sogar Champions-League-Sieger mit Bayern wurden schon viele deutsche Fußballer.

Feldspieler bei Barca, inklusive der Chance, mit Ausnahmekönnern wie Neymar, Messi und Suarez zusammenzuspielen: Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal.

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