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München - SPORT1-Experte Thomas Berthold sieht Schalke falsch aufgestellt. Ex-BVB-Profi Sebastian Kehl zeigt Mitgefühl und fordert eine Reaktion von Clemens Tönnies.

Die ehemaligen Bundesliga-Profis Sebastian Kehl und Thomas Berthold haben sich im Volkswagen Doppelpass zutiefst verwundert über den Schalker Einbruch bei der 2:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen gezeigt.

"Das ist ein Stück Naivität. Sich in der 60. Minute so auskontern zu lassen, darf Schalke nicht passieren", sagte Kehl über das entscheidende dritte Gegentor durch Chicharito, nachdem Schalke zur Halbzeit noch mit 2:0 geführt hatte.

Kehl erwartet Reaktion von Tönnies

Der ehemalige Kapitän des Schalker Erzrivalen Borussia Dortmund erwartet nun eine Reaktion von Schalkes auch in Fan-Kreisen nicht unumstrittenem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies.

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"Tönnies muss jetzt mal ein Machtwort sprechen. Schalke ist sehr verunsichert - und da bedarf es jetzt, dass der Chef mal Flagge zeigt", forderte Kehl, der trotz seiner BVB-Vergangenheit durchaus Mitgefühl mit Königsblau zeigte: "Die Fans sind sensibel, es ist ein toller Verein und ich bin gespannt, wie sie sich für die neue Saison aufstellen."

SPORT1-Experte Thomas Berthold sieht in erster Linie in der Zusammenstellung der Schalker Mannschaft Nachholbedarf. "Das Hauptproblem ist, dass die Mannschaft nicht ausgewogen ist. Wenn du hinten stabiler bist, trittst du auch anders auf", sagte der Weltmeister von 1990.

Kehl kritisiert Geis und Hojbjerg

Der ehemalige Sechser Kehl sieht vor allem in der Unerfahrenheit des defensiven Mittelfelds mit Johannes Geis und Pierre-Emile Hojbjerg ein Problem.

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"Geis ist mit einer großen Erwartungshaltung von Mainz gewechselt, Hojbjerg ist ein Riesentalent, vom FC Bayern ausgebildet worden. Trotz alledem stimmt es nicht, beide verlieren sehr viele Zweikämpfe in dem Bereich, das spricht im Moment nicht für die Defensive von Schalke", kritisierte der 36-Jährige.

Die Gegentore zeigten, "dass die Mannschaft nicht kompakt und defensiv nicht gut steht. Dann kann man am Ende nicht erfolgreich sein."

Eilenberger: Schalke muss in Therapie

Torwart Ralf Fährmann, der nach zwei unglücklichen Aktionen bei den Gegentreffern zum 1:2 und 2:2 die Hauptschuld für die Niederlage auf sich genommen hatte, wollte Kehl dagegen nicht an den Pranger stellen.

"Fährmann war in den letzten Wochen absolut der stärkste Schalker, hat sie oft am Leben gehalten", lobte Kehl. Dass der Keeper die Niederlage auf seine Kappe nehme, müsse man ihm aber "hoch anrechnen".

Philosoph Wolfram Eilenberger bezeichnete den Verlauf der Partie gegen Leverkusen als "Spiegel der Saison mit sehr großen Schwankungen" - und zog einen anschaulichen Vergleich: "Wenn Schalke eine Person wäre, dann würde ich sagen, dass diese Person in Therapie muss. Die muss sich mal fragen, was mit ihr los ist."

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