vergrößernverkleinern
Fredi Bobic warnt, die Frankfurter Eintracht von Trainer Niko Kovac (r.) abzuschreiben © SPORT1 Grafik: Imago

SPORT1-Experte Fredi Bobic warnt davor, Eintracht im Abstiegskampf abzuschreiben. Bremen hat ihn überrascht. Bei Schalke erkennt er eine echte Führungskrise.

Hallo Fußball-Freunde,

die Führungskrise beim FC Schalke 04 und der Kampf um, beziehungsweise gegen Platz 16 sind sicher die beherrschenden Themen nach dem 30. Spieltag.

Sechs Vereine wehren sich gegen Platz 16 und einer hofft auf ihn. Das ist vier Spieltage vor Schluss schon ein Hammer! Vor Wochen schon habe ich mit Blick auf Eintracht Frankfurt gewarnt, dass dieser schleichende Weg in der Tabelle nach unten ganz gefährlich ist.

Das gilt nun aktuell für den Hamburger SV, der längst gerettet war und nun sein Interesse am Relegations-Triple durch desaströse sportliche Auftritte vehement hinterlegt. Das eh immer brisante Nordderby gegen Werder Bremen am kommenden Freitag könnte aus mehrerlei Sicht ein Hochsicherheitsspiel werden.

Wobei Bremen mich am Wochenende besonders überrascht hat. Da sage noch einer, Unruhe würde sich auf die Spieler auswirken…

Da wurde Trainer Viktor Skripnik letztes Wochenende von Manager Thomas Eichin brutal angezählt, dann - angeblich durch Spieler-Einfluss - doch gehalten, ehe gar eine Arbeitsplatzgarantie ausgesprochen wurde.

Unbekümmert von dem Hin und Her sammelt Werder einen weiteren Dreier, wobei der Gegner VfL Wolfsburg gerade so zahnlos wie wenig andere daherkommt.

Bei diesem Abstiegskampf warne ich davor, irgendwen verfrüht abzuschreiben. Die Geschichte lehrt uns, dass zum Saisonende die irrsten Ergebnisse entstehen. So sehe ich auch die Frankfurter nicht chancenlos, weil sie die letzten drei Spiele unter ihrem neuen Trainer Niko Kovac gut aufgetreten sind, nur das Tore schießen vergaßen.

Aber so ist Fußball: erst hatten die Frankfurter kein Glück (bei Sonny Kittels fulminanten Knaller) und dann kam auch noch Pech hinzu (als Kevin Kampl per Direktabnahme eine minimale Lücke traf…).

Das ist eben der Unterschied zwischen einem Team, dem das Wasser bis zum Hals steht und einem, das gerade auf einer Erfolgswelle schwimmt…

Von einer solchen träumt Schalke schon lange. Was sich da jetzt gerade auf der Führungsetage oder zwischen aktuellem, künftigem bzw. potentiellem Führungspersonal abspielt, lässt mich nur den Kopf schütteln.

Dieser Klub, für den alles unterhalb von Platz eins als Enttäuschung zu gelten scheint (was ein wenig die Realitätsfrage aufwirft), hat aktuell auf jeden Fall eine Führungskrise.

Fredi Bobic gewann 1996 den EM-Titel mit der Nationalmannschaft, nachdem er in der Saison 1995/96 Bundesliga-Torschützenkönig geworden war. 1997 holte er mit dem VfB Stuttgart als Teil des "Magischen Dreiecks" den DFB-Pokal. 2006 wurde er  zum Abschluss seiner Spielerkarriere mit NK Rijeka kroatischer Pokalsieger. Internationale Erfahrung sammelte er auch als Spieler in England bei den Bolton Wanderers und als Geschäftsführer Sport und Marketing beim bulgarischen Klub Tschernomoretz Burgas. Von 2010 bis 2014 war der 43-Jährige beim VfB Stuttgart zunächst als Sportdirektor und ab 2013 als Vorstand Sport tätig. Darüber hinaus war Fredi Bobic bereits als Experte für SPORT1 bzw. das damalige DSF und den früheren Bundesliga-Sender LIGA total! aktiv.

  

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel